Tipps & Erfahrungen

Hier finden Sie nützliche Ratschläge für ein gesünderes Leben sowie Anleitungen zur Selbsthilfe bei Alltagsbeschwerden. Auch die Leserinnen und Leser von NATUR & HEILEN tragen mit eigenen Erfahrungen dazu bei, das Wissen über naturgemäßes Leben und Heilen zu erweitern.

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Nur im Mai ist Rettich rosa

Als wolle er mit den Radieschen konkurrieren, präsentiert sich der Mai-Rettich jetzt auch in rosa. Er ist kleiner als der lange Winter-Rettich und schmeckt angenehm mild.

Heimat des Rettichs ist Vorderasien. In China wurde er schon vor 3000 Jahren angebaut. Auch in Korea und Japan zählt Rettich zu den Traditionsgemüsen. An seiner Beliebtheit hat sich nichts geändert. Der Rettich-Verbrauch in Korea liegt heute bei 30 kg jährlich pro Person, in Japan bei 12 kg. Wir Westeuropäer verbrauchen knappe 150 g.
Nach Europa gelangte der Rettich über Ägypten, wo er bereits beim Bau der Cheopspyramide (vor 2600 Jahren) verzehrt wurde. Radieschen, die Zwergform des Rettichs, werden bei uns erst seit rund 500 Jahren angebaut.
Die Familie der Rettiche ist groß:

• Es gibt weißen und rosa Mai-Rettich, spindelförmig, halblang und mild im Geschmack. Erntezeit: April bis Juni.

• Ferner gibt es den weißen Herbstrettich, der bis zu 30 cm lang wird. Er wächst von Juli bis September und ist teilweise scharf im Geschmack. Um die Schärfe zu nehmen, wird er zur Spirale geschnitten und mit Salz bestreut. Er zieht dann Wasser und mit ihm schwindet die beißende Schärfe. Zur bayrischen Brotzeit sehr beliebt.

• Der runde schwarze und violette Winterrettich – erhältlich von Oktober bis Februar – ist brennend scharf. Die Schärfe lässt sich auch hier durch Bestreuen mit Salz mildern.

• Der Kleinste aus der Rettich-Dynastie, das Radieschen, erfreut sich wegen seiner leuchtenden Farbe großer Beliebtheit. Radieschen sind rot, rot-weiß, schneeweiß oder violett. Frühsorten aus dem Freiland gibt es von Mai bis Juli. Sommersorten von Juni bis November. Die Saison endet mit kleinen „Eiszapfen“.

Rettiche sich reicht an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie enthalten Vitamin B und je 100 g 29 mg Vitamin C. Außerdem Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, sehr viel Kalium, Chrom, Selen, Kupfer, Mangan und beträchtliche Mengen an Zink.
Radieschen sind dem großen Bruder nährstoffmäßig unterlegen. Sie haben etwa 1/3 weniger Vitamine und Mineralstoffe. Der Vitamin-C-Gehalt liegt aber bei 27 mg. Kaloriengehalt beider Sorten: 14 kcal.
Weitere Inhaltsstoffe sind Raphanol, ein schwefelhaltiges ätherisches Öl, Bitterstoffe, Phenolsäure und Glucosinolate. Dabei handelt es sich um scharfe Senföle, die antibiotisch wirken und durch ihren Einfluss auf den Hormonstoffwechsel die Entstehung hormonabhängiger Krebsarten stoppen können. Außerdem wirken Retticharten appetitanregend und verdauungsfördernd. Sie helfen bei Leber- und Gallenleiden, indem sie die Gallenproduktion in der Leber erhöhen und Gallenstauungen beseitigen. „Rettich treibt die Galle an!“ heißt es im Volksmund.
Einen günstigen Einfluss hat Rettich auch auf die Bronchien. Seine Wirkstoffe lösen zähen Schleim und helfen beim Abhusten.
Gegenanzeigen: Bei akuter Nierenentzündung ist Rettich zu meiden, weil er zu sehr reizt! Für Heilzwecke sollte Rettich nie mit Salz verzehrt werden!
Zu beachten ist auch die Schadstoffbelastung, denn Rettiche speichern reichlich Nitrat. Ein Vergleich macht das deutlich:

- 100 g Rettich: aus Glasanbau 496 mg Nitrat
aus biologischem 123 mg Nitrat

Feldanbau

- 100 g Radieschen: aus Glasanbau 453 mg Nitrat
aus biologischem 131 mg Nitrat
Feldanbau

Der Richtwert von 300 mg Nitrat pro 100 g sollte möglichst nicht überschritten werden. Da Freilandrettich und -Radieschen relativ nitratarm sind, sollten sie jetzt häufig auf den Tisch kommen.
Man isst sie hauptsächlich zu Butterbrot oder Brezn, in Salaten oder mit Quark oder Frischkäse vermischt. Rettiche lassen sich auch dünsten oder braten, wie das in der chinesischen Küche üblich ist. Aber auch in der nordafrikanischen Couscous-Soße findet sich der gekochte Rettich als schmackhaftes Gemüse.

I.A.



Rettichsalat auf japanische Art

* Zutaten: 1 Zitrone, 125 g crème fraîche, 1 TL Dijon-Senf, Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker, Sojasoße, 1 Rettich, mittelgroß, 2 Päckchen Kresse, 1 reife Mango.
* Zubereitung: Die Zitrone auspressen und den Saft mit crème fraîche und Dijon-Senf verrühren, mit den Gewürzen abschmecken.
Den Rettich schälen, in etwa 1 cm breite Streifen schneiden und in eine Schüssel geben. Kresse abschneiden und zum Rettich geben. Geschälte Mango, in Streifen geschnitten, dazugeben. Alles mit dem Dressing vermischen und abschmecken.

(Aus: „Schwarzwurzeln, Steckrübe & Pastinake“ von Martina Tschirner, Umschau Verlag)

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