Tipps & Erfahrungen

Hier finden Sie nützliche Ratschläge für ein gesünderes Leben sowie Anleitungen zur Selbsthilfe bei Alltagsbeschwerden. Auch die Leserinnen und Leser von NATUR & HEILEN tragen mit eigenen Erfahrungen dazu bei, das Wissen über naturgemäßes Leben und Heilen zu erweitern.

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Von der Sonne verwöhnt: Die Kerne der Sonnenblume sind ein hochwertiges Nahrungsmittel

Rund 300 Jahre hat es gedauert, bis die Lieblingsknabberei der Ureinwohner Amerikas für Europa entdeckt wurde. Die wilde Sonnenblume hatte ein großes Verbreitungsgebiet, das sich von Nord- bis Mittelamerika erstreckte, sie wurde beispielsweise etwa 2500 v. Chr. sowohl in der Region des Mississippi als auch in Mexiko angebaut, wie archäologische Funde beweisen. Dort wurde sie zunächst als Zierpflanze verwendet. Abbildungen wie auch Samen der Sonnenblume (Helianthus annuus) wurden 1552 von Christoph Kolumbus aus Amerika nach Europa mitgebracht und so wuchsen sie lange Zeit in Botanischen Gärten und Parks als Zierpflanze, doch kein Mensch kam auf die Idee, dass sich darin etwas Essbares befinden könnte. 1698 nahm Zar Peter der Große Sonnenblumensamen mit nach Russland. Dort experimentierte man in Südrussland mit den Kernen und stellte fest, dass sich daraus Öl gewinnen ließ. Heute ist dieses Land führend in der Produktion von Sonnenblumenöl. Seit dieser Zeit verwendete man in ganz Europa die Kerne auch für Backwaren oder geröstet als Ersatz für Kaffee und Trinkschokolade.

Diese kleinen schwarz-weiß-gestreiften Kerne der gelben Riesenblume werden in Deutschland vorwiegend aus ihrer Urheimat Amerika importiert. Sie stammen von Pflanzen mit einem niedrigeren Ölgehalt. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Kernen liegt in Deutschland zurzeit bei 200 Gramm pro Jahr.
Sonnenblumenkerne gehören zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Sie enthalten 27 Prozent Eiweiß und 36 Prozent Fett (Haselnüsse 61 Prozent) mit den lebensnotwendigen Linolsäuren. Neben den Mineralstoffen Calcium und Eisen finden sich in den Kernen ungewöhnlich viele Spurenelemente wie Jod, Fluor und Mangan. Dazu kommen noch beträchtliche Mengen an Vitamin E und D, B 1 und B 2. In der russischen Volksmedizin wird das Ölziehen in der Mundhöhle als ein uraltes Heilmittel zur Entgiftung und Entschlackung des Organismus eingesetzt. Die Pflanze besitzt auch die Fähigkeit, dem Boden Schadstoffe zu entziehen. Daher wurde sie zur Reinigung der Erde, sogar bei bleihaltigen oder radioaktiv belasteten Böden, angepflanzt.

Der Energiegehalt von Sonnenblumenkernen ist hoch. Sie bringen es auf 524 Kalorien je 100 Gramm. Deshalb sollte man sie vor allem Energie-Großverbrauchern zukommen lassen wie zum Beispiel Kindern. Wenn sie statt Süßigkeiten bei Sport und Spiel Sonnenblumenkerne knabbern, kommen sie nicht nur gut in Form, sie erhalten gleichzeitig auch wertvolle Aufbaustoffe. Darüber hinaus lassen sich geschälte Sonnenblumenkerne (ungeschälte sind Bestandteil von Vogelfutter) für Brot und viele Sorten von Gebäck verwenden. Müsli und Salate werden mit Sonnenblumenkernen veredelt. Wer sie anstatt von Nüssen verwendet, kann Fett-Kalorien einsparen. Auch Desserts profitieren von ihrem nussartigen Geschmack. Das Nussaroma wird noch intensiver durch das Anrösten in einer Pfanne ohne Fett.

Sonnenblumenkerne eignen sich zudem gut zur Vorratshaltung, denn sie bleiben bei kühler und trockener Lagerung bis zu zwei Jahren frisch.
Tipp für das Pausenbrot: Für einen Brotaufstrich werden 250 g Sonnenblumenkerne über Nacht eingeweicht. Am nächsten Morgen Wasser abgießen und die Kerne mit 500 ml Wasser, 6 EL Soja-Milch oder Joghurt, 1 EL Zitronensaft und 1 TL Salz fein pürieren. Anschließend kann man nach Belieben weitere Zutaten kleingeschnitten beimengen, wie z.B. Knoblauch, diverse Kräuter oder geriebenen Apfel mit etwas Honig oder Tomatenwürfel mit Tomatenmark und Kresse, auch Sesampaste schmeckt gut dazu – je nach Geschmack und Alter.

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