Ganzheitlich Heilen

Essentieller Tremor

Bei meinem Sohn (32) wurde ein essentieller ­Tremor diagnostiziert. Gibt es hier komple­mentär­medizinische Hilfe?
Cornelia G.

Antwort:
Der essentielle Tremor (lat. tremor: das Zittern) gilt als die häufigste Bewegungsstörung und wird oft als Symptom von Morbus Parkinson fehlinterpretiert. Zumeist tritt er in der 2. oder in der 6. Lebensdekade erstmalig auf. Ein genetischer Zusammenhang wird vermutet, ­ansonsten ist die Ursache ­bislang unklar. Bei diesem Krankheitsbild kommt es zu einem unkontrollierbaren ­Zucken oder Zittern der Hände, der Beine oder des Kopfes. Der Tremor ist lästig und stellt mitunter eine große psychische Belastung für die Betroffenen dar. Ansonsten ­verursacht er jedoch keine weiteren gesundheitlichen Probleme. Charakteristisch ist eine Besserung des Zitterns durch kleine Mengen Alkohol.
Ich halte es für sinnvoll, den Tremor mit Traditioneller Chinesischer Medizin zu behandeln, denn diese Therapieform ist sehr erfolgreich bei idiopathischen neuro­logischen Beschwerden – ­insbesondere die Schädel­akupunktur nach Yamamoto. Aber auch Ohr- und Körperakupunktur kommen zum ­Einsatz. Parallel sollten chinesische Arzneikräuter zusammengestellt werden, je nach Zungenbefund. Es wäre ratsam, sich einen qualifizierten Therapeuten zu suchen, der sich mit neurologischen Krankheitsbildern auskennt und Sie hier begleitet.
Die vegetative Komponente, d. h. das unwillkürliche Auftreten des Tremors bei emo­tionalem Stress, kann nach meiner Erfahrung dauerhaft nur mit (täglicher) Medita­tion oder Heilhypnose beeinflusst werden. Gerade der Mandelkern (die Amygdala) und weitere Teile des limbischen Systems, die für die Verarbeitung von Emotionen zuständig sind, reagieren sehr gut auf diese Methoden. Ein Beta-Blocker wäre die schulmedizinische Alternative, aber damit wird das Symptom lediglich unterdrückt.
Die anthroposophische Medizin hält für den essentiellen Tremor das Heilmittel Atropa belladonna e radice (Wala, Globuli) bereit, dies sollte – auch gern parallel zur TCM – 2-mal pro Woche in der ­Potenz D6 subkutan als Injektion über mindestens 4 bis 6 Monate verabreicht werden.

Dr. med. Isabel Bloss

© NATUR & HEILEN, Juni 2021

 

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