Unser Gehirn ist eines der komplexesten und aktivsten Organe des Körpers. Nachts, während des Tiefschlafs, ist es ganz besonders beschäftigt – nicht nur mit Träumen, sondern mit einem intensiven Reinigungsprozess, der dafür sorgt, dass die täglich anfallenden toxischen Stoffwechselprodukte aus dem Nervengewebe entsorgt werden. Die Erkenntnisse über die tiefgreifende nächtliche Müllabfuhr unseres Gehirns sind wissenschaftlich gesehen noch nicht sehr alt. Erst 2012 entdeckte die Neurobiologin Maiken Nedergaard ein gehirneigenes Netzwerk aus Kanälen, über die das Verbrauchte aus dem Gehirn ausgeschwemmt wird: das glymphatische System. Dieses ist wiederum eng verbunden mit dem neuro-lymphatischen System, welches die Schadstoffe aus dem Gehirn abtransportiert. Ist dieser fein austarierte Prozess gestört, verbleibt der Müll im Gehirn. Die spürbaren Folgen eines überlasteten Reinigungs- und Regenerationssystems des Gehirns reichen von Erschöpfungssymptomen, Kopfschmerzen, Brain Fog und Schlafstörungen bis hin zu neuro-degenerativen Erkrankungen. Mithilfe von manuell-osteopathischer Entlastung im Kopf-Hals-Bereich, gezielten Atem- und Dehnübungen sowie einer leber- und lymphunterstützenden Ernährung, welche die toxische Last reduziert, lassen sich die Beschwerden nachhaltig lindern.
Warum klagen heute so viele Patienten über Brain Fog, Erschöpfung, Kopfdruck und Schlafstörungen, obwohl Laborwerte und Bildgebung oft unauffällig sind? Und weshalb bessern sich diese Beschwerden bei manchen Menschen, wenn sie osteopathisch, faszial oder am Vagusnerv behandelt werden? In den letzten Jahren hat die Neurowissenschaft ein Puzzleteil freigelegt, das diese Zusammenhänge in ein neues Licht rückt: das glymphatische System des[…]




