In einer Welt, in der alles schneller und dichter wird, ist es für die meisten von uns eine Herausforderung, sich nicht vom rasanten Tempo und der Reizüberflutung mitreißen zu lassen. Unser Nervensystem, das sich dadurch im Dauer-Alarmmodus befindet, schreit immer mehr nach Entschleunigung und Erholung. Gerade hier bietet die Natur einen wohltuenden Ausgleich an.
Die ruhigeren und gleichmäßigeren Eindrücke, die unsere Sinne erfassen, helfen uns dabei, in einen entspannteren Zustand zu wechseln, und lassen mehr Ruhe in uns entstehen. Dabei braucht es keinen großen Ausflug in die Natur – bereits kleine Dosen Naturkontakt reichen aus: Schon der tägliche Weg durch einen Park, das bewusste Beobachten der Jahreszeiten, kleine Feierabend-Rituale im Freien genügen, um unseren urbanen Alltag zu entschleunigen.
Doch nicht nur der wohltuende Effekt des Kontakts mit der Natur, sondern auch die Prinzipien, denen die Natur folgt, können wir gut auf unser Leben übertragen. Wir können viel von ihr lernen – vor allem das Prinzip der wiederkehrenden Zyklen und der Anpassungsfähigkeit. So können wir uns ein Beispiel an ihr nehmen und uns bei vielen eigenen Überlegungen fragen: „Wie würde die Natur dieses Problem lösen?“
Aber die schönste Lektion, die uns die Natur lehrt, ist, im Hier und Jetzt zu sein, in der Präsenz dessen, was in uns und um uns herum passiert: das Rascheln der Blätter im Wind, die wechselnden Lichtverhältnisse, der Blick in die Weite, der uns alles vergessen lässt …
Anne Devillard
und das Redaktionsteam von NATUR & HEILEN

