Oft sind es tiefe Spuren, die emotionale Vernachlässigung und fehlende Sicherheit im Kindesalter hinterlassen haben – auf der seelischen wie auch der körperlichen Ebene. Wird die innere Entfaltung in jungen Jahren blockiert, bleibt das, was sich entwickeln sollte, aus. Doch zum Glück ist eine blockierte Entfaltung nicht für immer verloren. Wir können uns stets weiterentwickeln und nachreifen.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass in der Kindheit entstandene Verhaltensmuster keine Schwächen sind, sondern Schutzmechanismen gegenüber früheren Umständen. Diese inneren Blockaden lassen sich meist nicht auf einen Schlag überwinden. Sie werden schrittweise gelöst, indem wir erkennen, warum sie entstanden sind. Dafür ist es wichtig, wieder stärker in Kontakt mit uns selbst zu kommen – durch regelmäßiges Innehalten und achtsame Körperwahrnehmung.
Unser wahres Selbst spüren wir dann am ehesten, wenn wir in die Stille gehen. Es zeigt sich gern als leises Gefühl, Körperempfindung oder auch als intuitiver Impuls. In diesem Zustand der Stille, jenseits von Gedankenschleifen und Sorgen, entsteht ein Raum der Weite. Schaffen wir es, diese innere Erfahrung in unser alltägliches Leben mitzunehmen, wird die Stille zu einer bewussten Haltung – einem Zustand, der selbst dann bestehen bleibt, wenn es im Außen unruhig ist.
Statt automatisch nach unseren alten Prägungen zu reagieren, können wir dann anders leben – authentischer, bewusster, weg von „Ich muss“ hin zu „So bin ich wirklich“.
Anne Devillard
und das Redaktionsteam von NATUR & HEILEN

