Frühkindliches Bindungstrauma als Nährboden für Autoimmunerkrankungen
Autoimmunerkrankungen nehmen zu. Egal ob rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose oder Lupus erythematodes: Bei all diesen Krankheiten richtet sich das menschliche Immunsystem gegen körpereigene Strukturen – eine Fehlaktivierung mit fatalen Folgen für die Betroffenen, die häufig ihr Leben lang Medikamente einnehmen müssen. Dabei ginge es auch anders – davon ist Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, Leiter des Labors für Psychoneuroimmunologie der Medizinischen Universität Innsbruck, überzeugt. Autoimmunerkrankungen könnten durchaus nachhaltig behandelt werden, statt lediglich ihre Symptome in Schach zu halten. Doch dafür müssten die individuelle Psyche und die zugrunde liegenden Ursachen der Erkrankung in der Tiefe verstanden werden. Und hierfür sei häufig der Blick in die früheste Kindheit der Patienten entscheidend. Warum insbesondere unsichere Bindungen während der ersten Lebensmonate und damit einhergehende Traumata das Immunsystem entscheidend prägen und den Weg ebnen können für den späteren Ausbruch von Autoimmunaktivität – darüber hat sich Antje Maly-Samiralow für NATUR & HEILEN mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert im Interview unterhalten.
Interview mit Prof. Dr. Dr. Christian Schubert Herr Prof. Schubert, bevor wir näher auf den Einfluss frühkindlicher Bindungsstörungen eingehen: Was genau sind eigentlich Autoimmunerkrankungen? Aus dem Begriff der Autoimmunerkrankung geht ja bereits hervor, dass sich das Immunsystem gegen das Selbst, also den Körper, seine Zellen oder noch kleinere Einheiten richtet. Beim systemischen Lupus erythematodes beispielsweise – einer chronischen rheumatischen Erkrankung,[…]




