Methylenblau
Comeback eines vergessenen Wirkstoffs: Wie ein einfacher Farbstoff Immunsystem, Mitochondrien und Gehirn schützt

Der Farbstoff Methylenblau hat es in sich. Vor rund 150 Jahren ursprünglich zum Färben von Textilien entwickelt, hat das unscheinbare Molekül im Laufe der Zeit eindrucksvoll auch seinen medizinischen Nutzen bewiesen. Während der antimikrobiell wirkende Farbstoff zunächst vor allem als Malariamittel und bei anderen Infektionskrankheiten zum Einsatz kam, dann jedoch für längere Zeit in Vergessenheit geriet, wird er heute wieder vermehrt bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt – gestützt von neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft, Fallstudien und positiven Patientenberichten. Als wiederentdecktes „blaues Wunder“ schützt Methylenblau insbesondere Mitochondrien und Gehirn und könnte somit ein Hoffnungsträger vor allem bei Störungen des Energiestoffwechsels und neurodegenerativen Erkrankungen sein. Auch ein ergänzender Einsatz in der Krebstherapie wird derzeit in Laborstudien näher erforscht.
Methylenblau wurde erstmals 1876 vom deutschen Chemiker Heinrich Caro in den Laboratorien der Badischen Anilin- und Sodafabrik BASF aus Teerderivaten hergestellt. Chemisch betrachtet handelt es sich dabei um die Fusion von zwei Benzolringen mit einem Stickstoffatom und einem Schwefelatom (trizyklische aromatische Verbindung). Das Ergebnis ist ein blauer Farbstoff, der ursprünglich als Ersatz für den tiefblauen Farbton Indigo entwickelt wurde, um[…]




