Reflexintegration
Bewegungsübungen zur Integration frühkindlicher Ur-Reflexe

Ur-Reflexe sind evolutionär veranlagt und erfüllen wichtige Aufgaben in der frühkindlichen Entwicklung. In der Regel sollen sich die meisten dieser Reflexe nach Erfüllung ihrer ursprünglichen Funktionen, im Zuge der Gehirnreifung, ins Ganzkörpersystem integrieren. Läuft dieser Prozess jedoch nicht vollständig ab, können spätere Stressmomente diese Reflexe wieder aktivieren, was unterschiedliche Symptome bis hin zu gravierenden Beschwerden hervorrufen kann. Häufige Auffälligkeiten sind z. B. Konzentrationsprobleme und Hyperaktivität, welche ADHS begünstigen, eine erhöhte Muskelspannung oder isolierte Ängste. Im Rahmen der Reflexintegration kann bei einem aktiven Ur-Reflex mit einfachen neuronalen Bewegungsansteuerungen oder Übungen die natürliche Integration angestoßen und das Nervensystem dadurch entlastet werden – und das ab der frühen Kindheit bis ins fortgeschrittene Erwachsenenalter.
Bereits ab der dritten Schwangerschaftswoche entwickeln sich beim Fötus biologisch festgelegte Bewegungsmuster: die sogenannten Ur-Reflexe. Diese werden vom Stammhirn gesteuert und bestimmen hauptsächlich die Bewegungen im Mutterleib, während der Geburt und im ersten Lebensjahr. Bis heute sind ca. 30 dieser Ur-Reflexe bekannt, welche die Basis für den Reifungsprozess, die Entwicklung und das Überleben des Neugeborenen sind. Der Such-Saugreflex dient beispielsweise[…]




