Resistente Stärke
Ein vielversprechender Ballaststoff zur Stärkung der Darm- und Stoffwechselgesundheit
Es klingt paradox: Ausgerechnet ein Kohlenhydrat, das der menschliche Dünndarm gar nicht verdauen kann, soll zu den gesündesten Bestandteilen unserer Ernährung gehören? Doch genau das legt die aktuelle Forschung nahe. Kartoffeln vom Vortag, abgekühlter Reis oder grüne Bananen, lange Zeit eher als kulinarische Randerscheinungen betrachtet, stehen heute im Zentrum einer der spannendsten Entwicklungen innerhalb der Ernährungsmedizin – der Forschung zur resistenten Stärke. Was früher als bloßer Füllstoff galt, hat sich in immer mehr Studien als metabolisches Multitalent entpuppt: Resistente Stärke nährt Billionen nützlicher Darmbakterien, sie stärkt die Darmschleimhaut und das Immunsystem, dämpft Blutzuckerspitzen und kann sogar entzündliche Prozesse sowie das Wachstum von Krebszellen im Dickdarm beeinflussen.
Resistente Stärke ist ein faszinierendes und für die moderne Ernährungswissenschaft hochrelevantes Kohlenhydrat: Während klassische Stärke eine schnell verfügbare Energiequelle ist, die bereits im Dünndarm durch das Enzym Amylase in Glukose zerlegt und rasch ins Blut aufgenommen wird, entzieht sich resistente Stärke dieser enzymatischen Verdauung. Stattdessen gelangt sie weitgehend unversehrt in den Dickdarm, wo sie vom dortigen Mikrobiom fermentiert wird. Physiologisch[…]




