Antihormontherapie
Nach einer Brustkrebsdiagnose habe ich mich zwei Operationen und einer Strahlentherapie unterzogen. Nun muss ich die nächsten 5 Jahre ein Antihormon nehmen (Letrozol), was die Wechseljahrsbeschwerden (ich bin 59) natürlich verstärkt. Meine Schlafqualität ist seit der Einnahme des Antihormons viel schlechter geworden, die Libido ist im Keller. Haben Sie vielleicht einen Tipp?
Heidi K., E-Mail
Antwort: Diese Beschwerden treten während/nach einer Brustkrebserkrankung häufig auf. Für den Schlaf empfehle ich Passiflora comp. (Wala, 10-10-10 Globuli, sollte dauerhaft genommen werden und hilft auch erst nach längerer Zeit). Außerdem kann Neurexan (Heel, 1-1-1) versucht werden, ggf. auch zusätzlich.
Achtsamkeitsmeditation, Qigong oder Yoga helfen in vielen Fällen. Sehr wichtig ist Bewegung und vor allem Krafttraining; die Stimulation der Muskeln und die damit einhergehende Aktivierung der Mitochondrien und Myokine führt zu einem verbesserten Schlaf und hilft gegen die Nebenwirkungen der Antihormontherapie, wie etwa Fatigue. Außerdem wird die psychische Belastung nach einer Krebserkrankung dadurch gemindert, wie neue Daten zeigen.
Hormonstimulierende Pflanzen für die Libido sollten nicht genommen werden, da sie möglicherweise das Tumorwachstum anregen können. Manchen hilft hier die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, hier sollte aber vorher der Blutwert bestimmt werden.
Generell gilt nach einer Krebserkrankung und der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln: Vorher immer die Blutwerte bestimmen lassen und dann sehen, ob und was konkret fehlt – oftmals wird zu viel eingenommen.
Dr. med. Isabel Bloss
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