Die Gefahr erhöhter Ozonwerte
In den Sommermonaten steigen bekanntlich die Ozonwerte in die Höhe. Ich wäre Ihnen für eine kurze Zusammenfassung über die daraus entstehenden gesundheitlichen Gefahren dankbar.
Heinrich W., E-Mail
Antwort: Wird es wärmer und sonniger, steigen die Ozonwerte. Ozon kann ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen, vor allem bei älteren Menschen, Babys und Kleinkindern, chronisch Kranken und Menschen, die im Freien körperlich aktiv sind.
Ozon ist eine chemische Verbindung aus drei Sauerstoffatomen (O3).
Der Sauerstoff, den wir für unsere Atmung benötigen, besteht hingegen aus zwei Sauerstoffatomen (O2). Ozon dagegen ist ein Reizgas, das die Gesundheit schädigen kann. Dabei sollte man wissen, dass Ozon nur in Bodennähe gesundheitsschädlich ist. In 10 bis 50 km Höhe – der sogenannten Stratosphäre – umschließt eine Ozonschicht die Erdkugel. Diese schützt uns vor dem Eindringen von zu viel schädlicher ultravioletter Strahlung der Sonne.
Vorläuferstoffe des Ozons sind Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen. Diese können aus natürlichen Quellen stammen, in der Regel sind sie jedoch menschengemacht. Die Stickstoffoxide kommen zu über einem Drittel aus dem Straßenverkehr, der weitere Anteil stammt aus Verbrennungsanlagen, Abgasen von Gebäudeheizungen und Kraftwerken.
Flüchtige organische Stoffe werden bei der Nutzung von Lösungsmitteln (Farben, Lacke, Klebstoffe, Reinigungsmittel) und im Straßenverkehr durch die Verbrennung von Kraftstoff frei. Wenn sie verdunsten, gelangen sie in die Luft. Etwa 10 bis 15 % der Bevölkerung reagieren sensibel auf erhöhte Ozonkonzentrationen. Dann kommt es zu einer Reizung der Atemwege, Kopfschmerzen, tränenden Augen oder Husten. Leidet man unter Heuschnupfen, Asthma oder Herzerkrankungen, muss man bei hohen Ozonwerten mit stärkeren Beschwerden rechnen.
Übersteigt die Konzentration 120 μg pro Kubikmeter Luft, sollte man körperliche Anstrengung im Freien vermeiden. Erreicht der 1-Stunden-Mittelwert 180 μg/m³, wird die Bevölkerung über Medienkanäle informiert, und ab 240 μg/m³ wird gewarnt.
Über das Umweltbundesamt erfahren Sie, wie hoch der Wert in Ihrer Umgebung ist (www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftdaten oder über die App „Luftqualität“).
Dr. Andrea Flemmer
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