Hilfe bei Schlafstörungen
Ich schlafe sehr schlecht, wache oft auf und bin morgens wie gerädert. Schlaftabletten möchte ich nicht einnehmen. Gibt es eine natürliche Alternative?
Anna H., Göttingen
Antwort: Die Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden und verursachen einen hohen Leidensdruck. Viele Betroffene berichten von starker Tagesmüdigkeit, mangelnder Belastbarkeit und erhöhter Reizbarkeit.
Schlafstörungen sollten sorgfältig abgeklärt werden. Nicht selten stecken organische Erkrankungen wie eine gestörte Schilddrüsenfunktion und/oder hormonelle Schwankungen dahinter. Wer unter Schlafproblemen leidet, braucht vor allem eine gute Schlafhygiene: regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten, die richtige Raumtemperatur, moderates Essverhalten am Abend etc. Empfindliche Menschen sollten nach 14 Uhr kein Koffein mehr zu sich nehmen.
Die Heilmittel der Anthroposophischen Medizin möchten das Einschlafen nicht erzwingen, sondern es ermöglichen. Bei Schlafstörungen, die durch eine unruhige Gedankenwelt entstehen, ist Phosphor D24/Malva Dilution (Weleda) die ideale Arznei. Man nimmt davon abends 20 Tropfen in etwas Wasser.
Ähnlich hilfreich ist die Gabe von Avena comp. Globuli (Wala); oft reichen abends 15 Globuli. Bei starker Unruhe, auch tagsüber, können 3-mal täglich 10 bis 15 Globuli eingenommen werden. Die Zubereitung aus Hafer hilft auch bei Kindern und Säuglingen sehr gut (Dosis entsprechend anpassen).
Das aus Passionsblume und Baldrian bestehende Mittel Calmedoron Globuli (Weleda) kann ebenfalls zum verbesserten Ein- und Durchschlafen beitragen. Ein lauwarmes Lavendelbad am Abend kann die nötige Ruhe bringen, die es für einen tiefen Schlaf braucht. Man sollte maximal 25 Minuten im Bad verweilen und danach direkt ins Bett gehen.
Fertige Zubereitungen gibt es z. B. von Weleda oder Farfalla, es lässt sich aber auch selbst ein Sud aus getrockneten Lavendelblüten herstellen. Ein sogenanntes Herzläppchen, als Auflage im Herzbereich z. B. mit Aurum Lavandula comp. Salbe (Weleda), beruhigt das bei Schlafproblemen häufig überreizte Nervensystem, auch als Einreibung auf dem Brustbein über dem Herzen in Form einer liegenden Acht möglich.
Dr. med. Isabel Bloss
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