Infektion mit EHEC
Eine Freundin ist mit EHEC infiziert. Haben Sie einen Vorschlag für eine naturheilkundliche Unterstützung?
Hildegard S., E-Mail
Antwort: Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind Darmbakterien, die schwerste Durchfall- und Allgemeinerkrankungen, vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen, hervorrufen können. Zu Beginn äußert sich die Erkrankung durch wässrigen Durchfall, der im Verlauf zunehmend blutig werden kann. In seltenen Fällen tritt auch Fieber auf, oftmals kommt es zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Eine gefürchtete Komplikation einer EHEC-Infektion ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Dabei kommt es infolge eines Zerfalls der roten Blutkörperchen zu Blutarmut, Hautblutungen und Gefäßstörungen sowie im schlimmsten Fall zu Nierenversagen und neurologischen Komplikationen.
EHEC-Infektionen treten weltweit vor allem in Ländern mit einer hochentwickelten Landwirtschaft auf. Wiederkäuer wie Rinder, Schafe oder Ziegen werden als ein Hauptreservoir für EHEC angesehen. Vor allem im Sommer und Herbst werden viele Erkrankungen beobachtet, häufig bei Kindern unter 5 Jahren. Die Übertragung des Erregers kann mit der Nahrung, insbesondere durch rohes Fleisch oder Rohmilch, erfolgen, aber auch durch verseuchtes Trink- oder Badewasser. Beobachtet werden ebenfalls Mensch-zu-Mensch-Infektionsketten, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen. Auch Übertragungen von Tier zu Mensch sind möglich, beispielsweise in Streichelzoos oder bei Besuchen landwirtschaftlicher Betriebe.
EHEC kann recht hartnäckig sein, und tendenziell sollte – je nach Befund – eine Antibiose durchgeführt werden, denn das hämolytisch-urämische Syndrom ist bei EHEC verhältnismäßig häufig und kann potenziell lebensbedrohlich sein. Wenn die Akutbehandlung vorbei ist, kann eine Therapie mit Birkenkohle comp. Kapseln von Weleda sehr hilfreich sein. Diese saugen Toxine auf und wirken stabilisierend auf die Darmflora.
Begleitend empfehle ich Myrrhinil intest (Fa. Repha), 3- bis 4-mal täglich 3 Tabletten.
Wichtig ist zusätzlich, viel zu trinken und leichte Schonkost einzuhalten. Beruhigend wirken etwa gekochte Karotten (Moro-Suppe), Kartoffeln oder Reis. Auch das alte Hausmittel geriebener Apfel entlastet durch die Pektine den Darm sehr gut. Wichtig ist der Aufbau der Darmflora, insbesondere nach einer Antibiose. Hier ist Omni-Biotic 10 sehr gut, tgl. 1 Beutel über mehrere Wochen hinweg. Ggf. sollte danach eine Stuhlanalyse erfolgen, um zu sehen, wo gezielt unterstützt werden kann.
Dr. med. Isabel Bloss
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