Kupfer als Trinkgefäß und Geschirr
Kupfertrinkflaschen werden derzeit gehypt, weil sie angeblich Wasser energetisieren.
Ist das Wasser aus ihnen wirklich so gesund?
Helmut R., E-Mail
Antwort:Kupfer gehört zu den ältesten Metallen, die der Mensch verwendet. Bereits vor mehr als 10.000 Jahren wurde es für Werkzeuge, Schmuck, Gefäße und später auch für Münzen genutzt. Darüber hinaus ist Kupfer für den Menschen ein lebenswichtiges Spurenelement. Es wird für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt, u. a. für die Bildung von roten Blutkörperchen, die Funktion des Nervensystems, die Energiegewinnung in den Zellen sowie die Bildung von Bindegewebe. Der menschliche Körper benötigt allerdings nur sehr geringe Mengen. Eine ausgewogene Ernährung liefert normalerweise ausreichend Kupfer.
Ein Vorteil von Kupfergefäßen besteht in ihrer antimikrobiellen Wirkung. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass viele Bakterien auf Kupferoberflächen innerhalb weniger Stunden absterben. Historisch wurde Wasser deshalb häufig in Kupferbehältern aufbewahrt. In Regionen mit unsicherer Trinkwasserversorgung kann dies tatsächlich dazu beitragen, die Keimbelastung zu verringern.
Allerdings bedeutet dies nicht automatisch, dass Wasser aus Kupfergefäßen gesünder ist. So kann Kupfer in Flüssigkeiten übergehen, insbesondere wenn diese sauer sind. Getränke wie Fruchtsäfte, Wein, Limonaden, Wasser mit Kohlensäure oder Zitronenwasser sollten daher nicht in unbeschichteten Kupfergefäßen aufbewahrt werden.
Die enthaltenen Säuren lösen Kupferionen aus dem Metall. Bei regelmäßig hoher Aufnahme kann dies zu einer Kupfervergiftung führen. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Langfristig können hohe Kupfermengen Leber und Nieren schädigen. Vorsichtig sollte man auch sein, wenn Wasser länger als einen Tag in der Kupferflasche steht – vor allem, wenn diese nicht regelmäßig gereinigt wird.
Für die Behauptung, dass Kupfer die Reinigung und Energetisierung von Wasser unterstützt, das Immunsystem stärkt, die Verdauung verbessert, die Gewichtsabnahme fördert oder den Körper entgiftet, gibt es im Übrigen keine wissenschaftlichen Nachweise.
Aus den genannten Gründen wurden Kupfergefäße im Alltag weitgehend durch Edelstahl ersetzt. Dieses ist korrosionsbeständig, geschmacksneutral, hygienisch, langlebig und reagiert kaum mit Lebensmitteln. Auch saure Speisen und Getränke können darin aufbewahrt werden. Edelstahl benötigt deutlich weniger Pflege und ist für die industrielle Herstellung sowie den täglichen Gebrauch wirtschaftlicher. Deshalb bestehen heute die meisten Trinkflaschen, Kochtöpfe, Bestecke und Lebensmittelbehälter aus Edelstahl.
Dirk Engelhardt
© 2026 NATUR & HEILEN, Beratungsservice



