Start / Wissensschatz / Fragen & Antworten / Krankheiten & Therapien / Krankheit & Heilung / Leptospirose – eine ernstzunehmende Infektionskrankheit
Krankheit & Heilung

Leptospirose – eine ernstzunehmende Infektionskrankheit

Kürzlich war ich schwer erkrankt. Nachdem eine Grippe ausgeschlossen wurde, hat der Arzt eine Leptospirose diagnostiziert. Was ist das eigentlich genau?
Susanne B., E-Mail 

Antwort: Die Leptospirose, auch Morbus Weil genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das gramnegative Bakterium Leptospira interrogans übertragen wird. Hauptsächlich dienen Nagetiere wie Ratten oder Mäuse oder Haus- und Nutztiere als Reservoir (daher ist die Leptospirose auch eine Anthropozoonose). Diese wiederum scheiden den Erreger mit dem Urin aus. Meist erfolgt der Kontakt mit dem Erreger berufsbedingt (z. B. Bauern, Kanalarbeiter etc). Die Erkrankung wird umgangssprachlich auch „Schweinehüterkrankheit“ genannt – hier erkennt man wieder den Bezug.

Durch Mikrotraumen der Haut bzw. Schleimhäute dringen die Erreger in den Körper ein, die Inkubationszeit beträgt 7 bis 10 Tage.

Klassisch ist die Symptomatik mit plötzlichem Beginn und hohem Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Lymphknotenschwellungen und Wadenschmerzen sind ebenfalls häufig und typisch. Die Betroffenen haben ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Oftmals gibt es begleitend einen Hautausschlag.

Die Erkrankung nimmt unbehandelt einen schweren Verlauf, 20 bis 30 % versterben daran, vor allem ältere Menschen. Die Nieren und die ­Leber (starker Ikterus) sind im Verlauf befallen. Öfter kommt es auch zu einer begleitenden serösen Meningitis. Diese schweren Fälle bzw. Verläufe sieht man jedoch eher selten.

Häufiger sind die anikterischen Verläufe. Hier wird jedoch oft eine Meningitis beobachtet und fieberhafte Verläufe mit Abgeschlagenheit. Entscheidend ist das ­Erkennen der Erkrankung, die Differenzialdiagnose ist nicht leicht. So sollte man an Influenza denken, an Virushepatitiden; Malaria oder ­Typhus sowie das Hantavirus – das übrigens auf dem Vormarsch ist – zeigen ähn­liche Symptome.

Kausal wirkt eine Antibiose mit Penicillin oder Tetracyclinen. Naturheilkundlich ist eine Behandlung eher nur ­begleitend sinnvoll, da das Bakterium für die gesamte Symptomatik verantwortlich ist (s. o.).

Begleitend zur Antibiose ist ei­ne Darmstärkung wichtig (z. B. mit Omni biotic 10, das parallel zu Antibiose genommen werden kann) sowie eine entlastende Kost während der Erkrankung mit viel Gemüse, Obst sowie wenig Zucker und Fleisch.

Unterstützend hilft während der akuten Phase das Mittel Levico comp. sehr gut, s. c. injiziert ist es hier am wirkungsvollsten, 2- bis 3-mal pro ­Woche. Oral kann es ebenfalls unterstützend genommen ­werden, 10-10-10.

Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Zink, das ist bei bakteriellen Infektionen generell entscheidend, hier besteht oft ein Mangel – ähnlich wie eine Gabe von Vitamin C. Alles kann parallel zur Antibiose genommen werden, es gibt hier keine Wechselwirkungen. Vitamin C kann z. B. in Reinform genommen werden oder als Lutschtablette, z. B. von Grandel, das ist magenschonender.

Dr. med. Isabel Bloss

© 2025 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

Das könnte Sie auch interessieren

Eine digitale Illustration eines menschlichen Herzens mit Arterien und Venen, überlagert von einer blauen EKG-Linie, vor einem dunklen Hintergrund mit abstrakten technologischen Elementen, die symbolisieren, wie wir mit Kindern durch jeden Schlag wachsen.
Krankheit & Heilung

Stoßwellentherapie bei chronischen Herzerkrankungen

Neue Wege in der Kardiologie

Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in Deutschland noch immer zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt – trotz Operationen, Medikamenten und fortschreitender Ursachenforschung. Doch das Jahr 2025 hat eine neue und äußerst vielversprechende Therapie-Option in die kardiologische Praxis gebracht: […]
Weiterlesen
Ein neugeborenes Baby, das ein Krankenhausarmband trägt, ergreift sanft den Finger eines Erwachsenen und unterstreicht damit einen zärtlichen Moment der Verbundenheit und Fürsorge - ein erster Schritt auf dem Weg zu Mit Kindern wachsen. Der Hintergrund ist sanft verschwommen.
Krankheit & Heilung

Frühkindliches Bindungstrauma als Nährboden für Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen nehmen zu. Egal ob rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose oder Lupus erythematodes: Bei all diesen Krankheiten richtet sich das menschliche Immunsystem gegen körpereigene Strukturen – eine Fehlaktivierung mit fatalen Folgen für die Betroffenen, […]
Weiterlesen
Eine farbenfrohe Illustration einer Leberzelle, dargestellt in Lila mit inneren Strukturen und blauen Rezeptoren auf der Oberfläche, grünen Zellen oben und kleinen verstreuten braunen Partikeln außerhalb der Zelle.
Krankheit & Heilung

Mastzell-Aktivierungs-Syndrom

MCAS erkennen, verstehen und behandeln

Das Mastzell-Aktivierungs-Syndrom (MCAS) ist eine relativ neue chronische Multisystem-Erkrankung. Die Symptome sind vielschichtig und oft unspezifisch, sie reichen von Haut-, Magen-Darm- und Atemtrakt-Beschwerden bis hin zu Herz-Kreislauf- oder Nervensystem-Problematiken. Da die Krankheit keine charakteristischen Symptome […]
Weiterlesen

NATUR & HEILEN abonnieren!

Verpassen Sie keine Ausgabe - monatlich druckfrisch, zum Vorteilspreis und portofrei zu Ihnen nach Hause

Tippen Sie hier ein, was Sie finden wollen.
Zwei rote Sammelbox-Zeitschriftenhalter mit der Aufschrift „natur & heilen“, einer aufrecht mit Zeitschriften darin und einer liegend mit teilweise herausgezogenen und aufgefächerten Zeitschriften auf weißem Hintergrund.

Sammelbox

Die NATUR & HEILEN-Sammelbox bietet eine besondere Art, einen kompletten Jahrgang übersichtlich aufzubewahren. Der edle, in rotem Regentleinen gefasste Schuber trägt auf den Seiten und auf dem Rücken das weiße NATUR & HEILEN-Logo. So entsteht ein bleibendes Nachschlagwerk.

16,95 
Lieferzeit: 2-5 Werktage