Stechfliegenstich
In Ihrem September-Heft habe ich die Tipps zu den verschiedenen Mückenstichen gelesen. Nun habe ich von der Stechfliege gehört, die Krankheiten übertragen kann. Ist das richtig?
Jutta P., E-Mail
Antwort: Die bis zu 7 mm große Stechfliege (Stomoxys calcitrans) wird auch Wadenbeißer, Wadenstecher oder Brennfliege genannt. Sie ist weltweit verbreitet und erinnert auf den ersten Blick an eine Stubenfliege. Jedoch hat sie im Gegensatz zu dieser einen Stechrüssel, den man sogar mit bloßem Auge erkennen kann. Die Stechfliege ist von Juni bis Oktober am ehesten in der Nähe von Ställen oder Wohnräumen anzutreffen. Sie ist tagaktiv und hält sich bei warmen Temperaturen meist im Freien auf, im Herbst kommt sie aber auch in die Häuser.
Den Namen Wadenstecher verdankt die Fliege der Tatsache, dass sie gern im Waden- und Kniebereich zusticht, wo sie anschließend bis zu 9 Minuten lang Blut saugt. Meist hat sie es jedoch auf Nutztiere abgesehen. Der Stich ist relativ schmerzhaft, es kann zu Juckreiz, Rötungen und Schwellungen kommen. Manchmal ist die Stelle blutig unterlaufen und blutet auch nach dem Stich noch. Kühlen hilft, um die Beschwerden zu lindern.
Unter Nutztieren können Stechfliegen unterschiedliche Tierseuchen verbreiten. Auch beim Menschen können sie über ihren Saugrüssel verschiedene Erreger übertragen, darunter pathogene Escherichia coli, Salmonellen, Listerien oder Borrelien. Halten die Beschwerden nach dem Stich länger an oder zeigen sich Anzeichen einer Infektion, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
HP Eva Stiegele
© 2026 NATUR & HEILEN, Beratungsservice



