Warum werden Weisheitszähne so oft gezogen?
Ich stelle mir die Frage, weshalb die Weisheitszähne fast immer gezogen werden. Haben sie nicht auch eine Funktion im Körper?
Maria M., E-Mail
Antwort: Der Begriff Weisheitszahn stammt aus dem Mittelalter und hat mit dem späten Durchbruch dieser Zähne zu tun – meist zwischen 18 und 25 Jahren – also in einem Alter, in dem man damals bereits als „weise“ galt. Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat sich der Kiefer u. a. durch die veränderte Ernährung zurückgebildet, sodass die Weisheitszähne oftmals nicht oder nur teilweise aus dem Kiefer herauswachsen oder – wie bei etwa 30 % der Bevölkerung – erst gar nicht angelegt sind. Bis zu 80 % der jungen Erwachsenen in Europa sind von Durchbruchsstörungen ihrer Weisheitszähne betroffen.
Natürlich gibt es auch viele Fälle, in denen Weisheitszähne von vornherein richtig positioniert sind und sich von allein oder mit kieferorthopädischer Hilfe in die Zahnreihe einordnen und keine Probleme verursachen. In diesem Fall sollten sie selbstverständlich im Mund verbleiben, zumal sie auch als Brückenanker für fehlende Zähne dienen können.
Ganzheitlich betrachtet liegen die Weisheitszähne auf dem Herz-Dünndarm-Meridian und haben eine energetische Wechselwirkung mit vielen anderen Strukturen im Körper und zur Psyche. Die naturheilkundlich orientierte Kieferorthopädie versucht, den Bereich der Weisheitszähne als Energiezone zu entwickeln und die Zähne harmonisch in das Zahngefüge einzugliedern. Unterstützend helfen können hier vor allem die Magnetfeldtherapie und die Lymphdrainage.
Wächst ein Weisheitszahn jedoch nicht oder nicht vollständig aus dem Kiefer heraus, kann er die Wurzeln des benachbarten Backenzahns schädigen, es können sich Zysten bilden, Schmerzen und Spannungsgefühle oder eine Störung des Bisses entstehen. Eine abnormale Lage der Weisheitszähne kann auch das limbische System im Gehirn irritieren, was zu Depressionen, Ängsten, Ziellosigkeit oder Aggressionen führen kann – Symptome, die oftmals der Pubertät zugeschrieben werden.
Auch kann es zu einer chronischen Dünndarmreizung oder zu Schulterschmerzen kommen. Die oberen Weisheitszähne wirken auf die Hypophyse und auf den Hormonhaushalt, die unteren können bei Fehllagerung zu Herz- und Kreislaufproblemen, zu Energiemangel, Hüftschmerzen, Wirbelsäulen- und Achillessehnen-Beschwerden führen.
Liegt die nötige Indikation zur Entfernung eines bzw. mehrerer Weisheitszähne vor, ist es – vor allem bei Jugendlichen, die sich oftmals nur einseitig ernähren – sehr wichtig, im Vorfeld auf eine gute Versorgung mit (Mikro-)Nährstoffen – allem voran Vitamin D3/K2 – zu achten, damit sich der Knochen wieder gut bilden kann und keine NICOs (Knochennekrosen im Kiefer) entstehen. Auch sollten möglichst nicht alle vier Zähne auf einmal gezogen werden, damit der Körper mehr Zeit und Energie für die Knochenbildung aufbringen kann.
HP Eva Stiegele
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