Was tun gegen Gleitwirbel?
Bei mir, 78 Jahre, hat der Orthopäde Gleitwirbel diagnostiziert. Was kann ich tun gegen meine Schmerzen?
Judith S.-G., E-Mail
Antwort: Bei Gleitwirbeln (Spondylolisthese) schiebt sich ein Wirbel der Wirbelsäule nach vorne in Richtung Bauch. Es kommt zu einer Instabilität der Wirbelsäule, zu Schmerzen und im weiteren Verlauf eventuell auch zu Nervenschädigungen. Die Beschwerden reichen von einem leichten Ziehen im unteren Rücken über stechende und tiefsitzende Schmerzen im Ischiasbereich bis hin zu einer deutlich abnehmenden Beweglichkeit des Rückens, zu Gesäß- oder Oberschenkelschmerzen oder zu einem Kribbeln in Beinen oder Armen. Oftmals sind die Schmerzen nach dem Aufstehen besonders stark.
Ursächlich sind oft Fehlbildungen der Wirbelsäule wie eine Spondylolyse (Spaltbildung im Wirbelbogen). Im Alter liegen meist Verschleißerscheinungen wie die Degeneration von Bandscheiben und Gelenken zugrunde. In der Jugend werden eher bestimmte Tätigkeiten als Auslöser für das Wirbelgleiten betrachtet, wie etwa Geräteturnen, Gewichtheben, Trampolinspringen, Delfinschwimmen oder allgemein Sportarten, die ruck- oder stoßartige Bewegungen erfordern. Auch Drehbewegungen, Hohlkreuzstellungen und ständiges Bücken können auf Dauer zu Wirbelgleiten führen.
Vor allem in einem frühen Stadium der Erkrankung gibt es häufig noch sehr gute Chancen, mit gezielten Bewegungen und Übungen etwas gegen mögliche Beschwerden zu unternehmen. Hier hilft vor allem eine gute, stabilisierende Physiotherapie und Osteopathie. Isometrische Übungen sind besonders wirkungsvoll. Gerade die Rumpf- und Bauchmuskulatur sollte sanft gekräftigt werden, denn das muskuläre Korsett bringt dann die gleitenden Wirbel wieder ins Lot.
Auch Eigenübungen sollten gemacht werden, am besten alle 2 Tage. Langsames Hatha-Yoga oder Anfänger-Pilates (Rumpf und Körpermitte, „Powerhouse“) können hier gute Dienste leisten. Unterstützend hilft vielen auch die Akupunktur.
Dr. med. Isabel Bloss
© 2026 NATUR & HEILEN, Beratungsservice



