Der Magen ist satt – das Gehirn noch nicht
Forscher der University of East Anglia haben herausgefunden, dass der menschliche Wille und selbst das Gefühl von Sattsein keine Rolle mehr spielen, wenn wir verlockende Essensreize vor uns haben. Um besser zu verstehen, wie unser Gehirn auf Essensreize reagiert, auch wenn wir längst satt sind, haben die Wissenschaftler die Gehirnwellen von 76 Probanden untersucht, nachdem diese gegessen hatten.
Die Mägen dieser Teilnehmer signalisierten Völlegefühl, das Verlangen nach Nahrung war drastisch gesunken – doch das Gehirn sprach eine ganz andere Sprache. Es reagierte weiterhin auf verlockende Köstlichkeiten und die elektrische Aktivität in den Arealen, die mit Belohnung in Verbindung stehen, war ebenso stark, als ob die Probanden nichts gegessen hätten. „Lebensmittel können ein übermäßiges Essen auch ohne Hunger auslösen“, unterstreicht Studienleiter Thomas Sambrook – für ihn der Grund für übermäßiges Essen.
© NATUR & HEILEN, Juni 2026
