Harn-Inkontinenz bei Frauen: Viszerales Fett spielt größere Rolle als Übergewicht
Der unwillkürliche Verlust von Harn tritt auf, wenn der Druck im Unterleib steigt und der Beckenboden den Urin nicht mehr halten kann. Forscher der Universität São Carlos, Brasilien, untersuchten kürzlich 99 Frauen im Alter von 18 bis 49 Jahren auf ihr Gesamtfett, Bauchfett (androides Fettgewebe), Fett im Beckenbereich (gynoides Fettgewebe) und ihr viszerales Fettgewebe, das zwischen den Organen liegt.
Über Fragebögen ermittelten die Wissenschaftler, dass 39,4 % der Teilnehmerinnen über Episoden ungewollten Harnverlustes berichteten, ein Wert, der internationalen Schätzungen entspricht. Frauen mit höherem Körperfettanteil litten häufiger unter Harninkontinenz, der hervorstechende Befund betraf jedoch das viszerale Fett: War viel Fett zwischen den Organen, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für Belastungsinkontinenz um 51 %.
Die Studie zeigt, dass neben Übergewicht auch die Fettverteilung im Körper die Entstehung einer Inkontinenz beeinflussen kann, auch bei Frauen mit normalem BMI.
© NATUR & HEILEN, August 2026
