Kontaktlinsen: Hornhautentzündungen – eine unterschätzte Gefahr
Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist zwar selten, Kontaktlinsenträger erkranken jedoch 80-mal häufiger daran als andere Menschen. Rund 9 von 10 Hornhauterkrankungen bei Kontaktlinsenträgern werden durch Bakterien ausgelöst, die von einfach zu therapieren bis hin zu einem schwerwiegenden mehrmonatigen Leiden führen können. Unter ungünstigen Umständen wird sogar eine Hornhauttransplantation notwendig, um dem drohenden Sehverlust auszuweichen.
Neben den Bakterien zählen zu den weiteren Erregern etwa Akanth-Amöben, die häufig ebenfalls eine mehrmonatige Therapie nötig machen.
Die obersten Regeln beim Tragen von Kontaktlinsen lauten daher: penible Hygiene mit den passenden Produkten – auf keinen Fall mit Leitungswasser –, gefolgt von der Tragedauer der Linse am Tag, die auf keinen Fall ausgedehnter sein sollte als vom Hersteller angegeben. Ein Tabu sollte es auch sein, mit den Linsen zu duschen oder zu schlafen.
Formstabile, harte Kontaktlinsen sind günstiger auf dem Auge, denn sie schwimmen auf einem Tränensee und heften sich nicht auf der Hornhaut fest. Sie sind allerdings auch häufiger unangenehm beim Tragen und brauchen daher eine längere Eingewöhnungszeit als weiche Linsen.
© NATUR & HEILEN, Mai 2026
