Melisse lindert Ängste während der Dialyse

Eine dauerhafte Niereninsuffizienz führt zu einem Anstieg harnpflichtiger Substanzen im Blut, das daher regelmäßig außerhalb des Körpers durch eine Maschine gereinigt werden muss. Doch sowohl die schwere Nierenerkrankung als auch die Dialyse sind häufig mit starken Ängsten verbunden, die von Erschöpfung, Übelkeit, Gereiztheit und Schlafstörungen begleitet werden können.
Iranische Wissenschaftler untersuchten nun, ob eine Aromatherapie mit Zitronenmelisse, die nachweislich als schmerzlindernd, angstlösend, antientzündlich und neuroprotektiv gilt, den Patienten Erleichterung bringen kann.
Hierfür träufelten die Forscher der Hälfte einer dialysepflichtigen Gruppe 3-mal pro Woche während der Blutwäsche 200 µl ätherisches Melissenöl auf einen Wattebausch und befestigten diesen im Abstand von 20 cm zur Nase an der Kleidung. 20 Minuten lang wurde inhaliert, die Kontrollgruppe atmete stattdessen die Essenz von Süßmandelöl ein.
Die Interventionen fanden über einen Zeitraum von 1 Monat statt. Befragt wurden beide Gruppen danach zu 2 unterschiedlichen Arten von Angst: Angst als (vorübergehender) Zustand und Angst als Eigenschaft (der Persönlichkeit). Im Ergebnis unterschieden sich die beiden Gruppen laut Carstens-Stiftung deutlich: In der Melissenöl-Gruppe ist es in beiden Angst-Arten zu einer signifikanten Besserung gekommen. Auch die weiteren Symptome sind erheblich zurückgegangen.
© NATUR & HEILEN, August 2025
