Nanopartikel aus Plastik: 27 Millionen Tonnen allein im Nordatlantik
Bilder von riesigen Strudeln aus Plastik in den Ozeanen haben sich seit Langem in die Köpfe der Menschen eingebrannt, die Müllwirbel sind für alle gut sichtbar.
Doch ein bisher weit unterschätztes Problem sind unsichtbare Nanopartikel aus Plastik im Meer. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig haben herausgefunden, dass die gesamte Masse dieser Teilchen im Nanobereich (Millionstel Millimeter) in den Meeren wohl größer ist als die von sichtbarem Plastik und Mikroplastik zusammengenommen: Allein im Nordatlantik sollen es 27 Millionen Tonnen sein.
Die Wissenschaftler nahmen Messungen an 12 Stellen im Nordatlantik vor, von küstennahen Gebieten in oberen Wasserschichten bis zu 10 m unter der Wasseroberfläche und bis etwa 1.000 m Tiefe. Die Belastung mit Nanoplastik war in den oberen Wasserschichten und in Küstennähe allgemein ausgeprägter als im freien Nordatlantik. Experten befürchten Folgen für Meerestiere, die „ein gehemmtes Wachstum, Änderungen bei der Fortpflanzung, physiologische Stressreaktionen und Störungen des Immunsystems“ erleiden können, so Meeresökologin Melanie Bergmann vom Alfred-Wegner-Institut in Bremerhaven.
Hinzu kommen die Konsequenzen für das Klima, da Plastik im Ozean zu einer geringeren Fotosynthese von Algen führt, wodurch sie weniger Kohlendioxid aufnehmen, was wiederum die Erderwärmung verstärkt.
© NATUR & HEILEN, Oktober 2025
