Verkehrslärm gefährdet Herz und Gefäße
Forschende der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz stellten fest, dass mäßiger Verkehrslärm von 41 bis 44 Dezibel bereits messbare Stressreaktionen im Körper auslösen kann. Die 74 Probanden der Studie wurden unterschiedlichen nächtlichen Lärmexpositionen ausgesetzt: einer Nacht ohne zusätzlichen Lärm sowie jeweils einer Nacht mit 30 bzw. 60 Lärm-Ereignissen in einer Lautstärke von durchschnittlich 41 bis 44 Dezibel. Sie dauerten jeweils 1 Minute und 15 Sekunden und wurden im Schlafzimmer über Lautsprecher abgespielt.
Am nächsten Morgen wurden Herz-Kreislauf-Daten wie die Herzfrequenz ausgewertet, Blutproben auf Proteine, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind, analysiert, und die Elastizität der Blutgefäße untersucht. Die Ergebnisse zeigten messbare negative biologische Veränderungen.
Zudem berichteten die Teilnehmenden nach den lauten Nächten von einer schlechteren Schlafqualität, wobei die Lärm-Empfindlichkeit ausgeprägt war. „Jede Dezibel-Reduktion bedeutet weniger Stress für Gefäße, weniger Entzündung im Blut – und langfristig weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Stadtplanung ist damit keine ästhetische Frage, sondern eine kardiovaskuläre Präventionsstrategie. Gesunde Städte sind leise Städte“, so Studienleiter Dr. Hahad.
© NATUR & HEILEN, August 2026
