Paracetamol: abstumpfende Effekte auf die Psyche?
Risikofreudigere Entscheidungen, geringere emotionale Bewertung von verstörenden, aber auch von freudvollen Bildern sowie empathiegeminderte Reaktionen auf andere Menschen – wie Studien seit Jahren zeigen, lindert das Schmerzmittel Paracetamol nicht nur Fieber und bekämpft Schmerzen, es beeinflusst auch psychologische Prozesse. So traf in einer jüngeren Studie eine Gruppe von Probanden, die eine Einzeldosis von 1.000 mg Paracetamol einnahm, in Tests risikofreudigere Entscheidungen als die Vergleichsgruppe.
Die Personen hatten weniger negative Empfindungen bei riskanten Aktivitäten, insbesondere hatten sie weniger Angst. Schon im Jahr 2016 berichtete eine Studie über eine verringerte Empathie gegenüber dem Leid anderer Menschen. Die Forscher gehen davon aus, dass Paracetamol die Aktivität in Regionen im Gehirn dämpft, die sowohl für die Verarbeitung von körperlichen Schmerzen als auch von emotionaler Resonanz verantwortlich sind.
Da das Medikament nicht rezeptpflichtig ist und täglich weltweit von Millionen Menschen eingenommen wird, sehen die Forscher vor allem durch die geminderte Risikoeinschätzung eine erhebliche Gefahr einer abstumpfenden Gesellschaft.
© NATUR & HEILEN, Februar 2026
