Parodontitis beeinflusst Lebererkrankungen
Ein internationales Wissenschaftlerteam hat den Zusammenhang von fortgeschrittenen Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) und chronischen Lebererkrankungen erforscht und aufgezeigt, wie ein entzündeter Zahnhalteapparat den Zustand der Leber negativ beeinflussen kann.
Der wichtigste Pfad hierfür ist die Mund-Darm-Leber-Achse: Pathogene Bakterien, die im Mund freigesetzt werden, gelangen in die Blutwege oder in den Darm und schädigen die dortige Bakterienzusammensetzung. Dies kann zur Dysbiose oder erhöhter Darmdurchlässigkeit (Leaky Gut) führen. Dadurch können wiederum entzündliche Stoffe aus dem Darm in die Leber gelangen und dort bereits vorhandene Entzündungen oder Schäden weiter verschlimmern.
Die Forschungsergebnisse sind u. a. für die metabolisch bedingte Fettlebererkrankung (MASLD), das häufigste chronische Leberleiden, bedeutsam, denn Menschen mit fortgeschrittener Parodontose erkranken deutlich häufiger daran. Die Studienautoren fordern aufgrund der Konsistenz der Befunde, den Zähnen und dem Zahnfleisch von Patienten mit Lebererkrankungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
© NATUR & HEILEN, Januar 2026
