Schilddrüsenunterfunktion: das Potenzial der Mariendistel
Die Leber spielt für die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in die aktive und wirksame Form T3 eine entscheidende Rolle. Daher wurde in einer Anwendungs-Beobachtungsstudie der Einfluss von Mariendistelextrakt auf Laborwerte und Lebensqualität von Hashimoto- und Hypothyreose-Patienten untersucht.
65 unbehandelte und auch unter L-Thyroxin-Therapie stehende Frauen und Männer zwischen 19 und 74 Jahren nahmen dafür im 1. Monat 400 mg und im 2. und 3. Monat 200 mg ein. Während der TSH-Wert, das Triggerhormon aus der Hypophyse, eine geringe und T4 eine geringfügige, jedoch signifikante Abnahme zeigte, blieb T3 unverändert. Die mittels standardisierten Fragebogens erhobene Lebensqualität vor und nach der Kur ergab hingegen deutliche Ergebnisse: Alle Symptome waren verbessert. 67 % zeigten signifikante oder hochsignifikante Verbesserungen, insbesondere was Ermüdung und Vitalität, Erinnerung und Konzentration sowie Nervosität und Anspannung betraf.
Die Analyse der Einnahme-Protokolle mit zusätzlich täglich erhobenen Symptomen ergab, dass sich die meisten erst nach 2 Monaten positiv veränderten. „Diese Wirkdynamik spricht gegen einen reinen Placebo-Effekt und für eine Mindestdauer der Einnahme. Die Studie deutet insgesamt darauf hin, dass Mariendistelextrakt eine nebenwirkungsarme phytotherapeutische Option für Betroffene darstellt“, schlussfolgerten Studienleiter Thomas Stricker und Prof. Wilhelm Mosgöller.
© NATUR & HEILEN, Oktober 2026
