Warnsignal für Menschen – Igel sind wandelnde Gift-Indikatoren

Eine Forschergruppe aus dem schwedischen Lund hat festgestellt, dass Igel, die in Städten leben, eine sehr hohe Konzentration an Umweltgiften, allen voran Schwermetallen, in sich ansammeln. Die stacheligen Tiere durchstreifen auf ihren nächtlichen Wanderungen große Gebiete in urbanen Regionen und sind – wie wir Menschen – Allesfresser. Sie liefern daher einen aussagekräftigen Giftfinger-Abdruck ihres Lebensraums.
Die Wissenschaftler ließen sich während der letzten Jahre tote Igel, die Bürger z. B. an Straßenrändern fanden, schicken und untersuchten Wirbelsäule, Zähne und alle Körpergewebe auf potenziell eingelagerte Schadstoffe.
In den Lebern der Igel fanden sich 48 unterschiedliche Umweltgifte, darunter PCBs (krebsauslösende organische Chlorverbindungen), Pestizide, Phthalate (Weichmacher aus Kunststoffen), Blei, Kupfer, Eisen oder Zinn – alle Stoffe lagen in toxischen Mengen vor. Die Igel in urbanen Regionen könnten damit eine Warnfunktion für größere Säugetiere und für uns Menschen haben.
© NATUR & HEILEN, Oktober 2025
