Warnung vor speziellem Eisenpräparat – Risiko für Knochenbrüche verdoppelt
Eisenmangel ist die weltweit häufigste Mangelerkrankung. Nahezu jede dritte Frau im gebärfähigen Alter ist wegen ihrer Monatsblutungen davon betroffen. Orale Eisenpräparate brauchen oft lange, um die Speicher wiederaufzufüllen, daher werden bei einem eklatanten Defizit häufig intravenöse Medikamente gegeben, die den Mangel schnell beheben.
Wissenschaftler der Medizinischen Universität Innsbruck warnen nun vor unerwarteten Langzeitfolgen. Ihre internationale Beobachtungsstudie zeigt, dass der in Praxen häufig verwendete Wirkstoff Eisencarboxymaltose das Risiko für Knochenbrüche im Vergleich zu alternativen Substanzen mehr als verdoppelt!
Bei 50 bis 75 % der Patient/innen sinkt nach einer Infusion mit diesem Mittel der Phosphatspiegel im Blut deutlich ab. Dies könne zu Muskelschwäche und Knochenerkrankungen führen, die typischerweise Wochen oder Monate nach der eigentlichen Eisentherapie auftreten, erklärt der Gastroenterologe und Hepatologe Heinz Zoller. Die Wahl des Eisenpräparats könnte damit nicht nur darüber entscheiden, wie rasch sich ein Eisenmangel beheben lässt, sondern auch darüber, ob sich im Knochen eine Form biologischer Ermüdung entwickelt, die lange unbemerkt bleibt.
© NATUR & HEILEN, August 2026
