Warum erkranken immer mehr junge Menschen an Darmkrebs?
Experten beobachten besorgt die Zunahme von Darmkrebsraten bei jungen Personen seit Mitte der 1980er-Jahre. Daten aus den USA zeigen, dass mittlerweile die Zahl der Neuerkrankungen in der Altersgruppe zwischen 20 und 39 Jahren jedes Jahr um 1 bis 2 % ansteigt. Diese Entwicklung zeige sich in vielen einkommensstarken Ländern, auch in Deutschland, schreibt das Nachrichtenmagazin Zeit-Online.
Molekular- und Zellbiologen der University in California in San Diego gingen der Frage nach den Ursachen nach und stellten fest, dass ein möglicher Auslöser für den Krankheitsausbruch der frühkindliche Kontakt mit dem Giftstoff Colibactin sein kann, den bestimmte Varianten des Dickdarmbakteriums Escherichia coli absondern.
Der Kontakt mit dem Gift während der ersten 10 Lebensjahre hatte bei Untersuchten offenbar zu einer Mutation im Erbgut der Darmzellen geführt. Aus dem Probandenpool waren es insbesondere unter 40-Jährige, bei denen spezifische Veränderungen in der DNA nachweisbar waren. Das Gift löse in konkurrierenden Bakterien und in menschlichen Zellen ein Notfallprogramm aus, das Gene im Erbgut aktiviere und so die Entstehung von Krebsmutationen forciere, vermuten die Wissenschaftler.
© NATUR & HEILEN, August 2025
