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Pflanzenheilkunde

Die Gemeine ­Quecke – oft unterschätzt und verkannt!

Was Landwirte oft als Unkraut betrachten, hält sich tapfer – und das zu Recht! Inzwischen haben Forschungen bestätigt, dass die Gemeine Quecke (Elymus repens) wertvolle Heilkräfte in sich trägt.
Seit der Jungsteinzeit hat sie sich in den gemäßigten Zonen Eurasiens und Nordafrikas einen Lebensplatz erkämpft. Sie verbreitet sich flink, und selbst harter Frost kann ihr nichts anhaben. Und das ist noch nicht alles: Die Wurzel soll zusätzlich einen Stoff ausscheiden, der anderen Pflanzen den Garaus macht. Sie lässt also nichts aus, um sich verbreiten zu können, was das althochdeutsche Wort „queck“, von dem der Name abstammt, verdeutlicht: kräftig und lebendig. Zudem bietet die Pflanze über 80 verschiedenen Insektenarten eine Heimat.
Ihr Wurzelstock macht die Gemeine Quecke zur Heil- und Arzneipflanze. In ihm befinden sich Inhaltsstoffe wie Cumarine, Saponine, Schleimstoffe, Eisen, Beta-Carotin, Flavonoide, die Vitamine A, B und C, ätherische Öle, Mineralsalze und Kieselsäure. Der Hauptwirkungsbereich liegt in einer gesteigerten Wasserausscheidung über die Nieren. Bei einer Blasenentzündung oder auch bei Leberkrankheiten fungiert die Quecke entsprechend als „Durchspülhilfe“. Für einen Queckentee braucht man 3 TL getrocknete kleine Wurzelstücke und übergießt diese mit 250 ml kochendem Wasser. Zur klassischen Durchspültherapie werden 3 bis 4 Tassen täglich ­getrunken. Zusätzlich sollten mindestens 2 l Wasser oder Kräutertee getrunken werden! Die Teezubereitung wirkt außerdem blut­reinigend und verschafft der Stoffwechseltätigkeit und den Ausscheidungsprozessen eine ­positive neue Dynamik. Die reinigenden und ausleitenden Eigenschaften bringen auch bei Bronchialleiden, Stoffwechselbeschwerden, Rheuma, Gicht sowie bei Katarrhen der oberen Luftwege Linderung.
Wenn der Körper an Aufbau- und Abwehrkräften einbüßt und sich eine gewisse Lethargie breitmacht, bringt die Quecke als Heilkraut ­ihre anregenden Sonnenkräfte ein, damit der Patient bald wieder quicklebendig am Leben teilnehmen kann. Des Weiteren zeigte eine Hautcreme, die aus dem wässrigen Extrakt hergestellt wurde, bei allergischer Kontaktdermatitis entzündungshemmende Effekte. Im Volksbrauchtum nutzte man die Quecke zusätzlich zur Desinfizierung und Reinigung von Räumen, nicht zuletzt bei Seuchen, indem man sie verräucherte.

Katja Chmelik

© NATUR & HEILEN, Juni 2021

 

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