Jonglieren – wirksames Training für Körper und Geist
Wenn es ums Jonglieren geht, denkt man meist an artistische Darbietungen mit einer beeindruckenden Anzahl von Bällen, Kegeln oder gar brennenden Fackeln. Dabei bietet die Jonglage mit nur zwei Bällen bereits erstaunliche gesundheitliche Effekte und ist auch für Anfänger ohne Ballgefühl schnell erlernbar. So ist es beispielsweise unmöglich, in einer gekrümmten, nach vorne gebeugten Haltung zu jonglieren.
Der Rücken richtet sich automatisch auf oder geht sogar in eine leichte Rücklage – also genau der üblichen Schreibtischhaltung entgegengesetzt. Beim Werfen und Fangen der Bälle sind etliche Muskelgruppen involviert, was zur Stabilisierung sowie Mobilisierung der Rücken- und Schultermuskulatur führt. Dabei wird auch die tieferliegende Muskulatur aktiviert. Mit speziellen Bällen (DX Powerball), die mit 450 g, 750 g und 1.100 g deutlich schwerer sind als übliche Jonglierbälle, kann dieser Effekt noch verstärkt werden.
Durch die stetige Bewegung wird der gesamte Körper zudem besser durchblutet, was zu einer erhöhten Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff führt. Auch wenn es sich anfangs nicht so anfühlt, kann das Jonglieren zu einer Entspannung des Nacken- und Schulterbereichs führen. Die Hand-Auge-Koordination wird gestärkt und die Propriozeption, also die Selbstwahrnehmung, gefördert. Dies kann zu einer deutlichen Verringerung des Verletzungs- und Sturzrisikos beitragen. Jonglieren ist somit auch für Senioren absolut empfehlenswert.
Ein weiteres Einsatzgebiet der Jonglage ist das ganzheitliche Sehtraining. Da das Gehirn einen wesentlichen Anteil am Sehprozess hat, kommt der Verbindung von Auge und Gehirn eine besondere Bedeutung zu. Regelmäßiges Jongliertraining ist eine gute Methode, die Augen beweglich zu halten, die Durchblutung der Augen zu steigern und die Verbindung von Hand, Auge und Gehirn zu stärken. Die Jonglage kann helfen, einer Verschlechterung der Sehfähigkeit oder auch einigen damit in Verbindung stehenden Augenerkrankungen vorzubeugen.
Nicht zuletzt wird der Geist zunehmend flexibler und die Zusammenarbeit von Körper, Geist und Intuition wird gefördert, woraus sich ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und stärkerem Selbstbewusstsein entwickeln kann.
Andrea Schepers
©NATUR & HEILEN, 2026
