Schwarzer Rettich – gesundheitsförderndes Wintergemüse
Der Schwarze Rettich ist weniger bekannt als der weiße Sommerrettich, bietet aber einige Vorteile: Er ist nicht nur fester und schärfer, sondern enthält auch einen höheren Gehalt an Vitamin A, B-Vitaminen, Vitamin C und E sowie den Mineralstoffen Magnesium, Kalium, Eisen und Calcium. Das kräftige Aroma geht auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wie Gerb- und Bitterstoffe sowie Senfölglykoside zurück. Der Rettich hat eine verdauungsfördernde, schleim- und krampflösende Wirkung. Die Inhaltstoffe regen die Darmbewegungen an und wirken so Verstopfung entgegen. Auch die Produktion von Magensäure wird erhöht, der Gallenfluss angekurbelt.
Bei Erkältungen ist der Schwarze Rettich besonders hilfreich. Er wirkt antiviral und antibakteriell und wird neben Atemwegsinfekten auch bei Harnwegsinfekten, Magen-Darm-Beschwerden, Haut- und Pilzerkrankungen sowie zur Steigerung der Immunabwehr eingesetzt. Zudem hat er unterstützende Wirkungen beim Prostatakarzinom. Darauf zumindest deutet eine Untersuchung am Universitätsklinikum Freiburg hin.
Bei der Hälfte der Tumorpatienten, die den Scharfstoff Sulforaphan bekommen hatten – ein Senföl, das in Schwarzem Rettich, aber u. a. auch in Brokkoli vorkommt – war der Tumormarker im Vergleich zur Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, signifikant langsamer angestiegen.
Wer von den wohltuenden Wirkungen des Schwarzen Rettichs profitieren möchte, greift am besten auf die frische Variante zurück oder verwendet den Saft.
Bekannt ist auch der sogenannte Rettichhonig gegen Husten. Hierfür schneidet man von einer Knolle die Kappe ab, höhlt die Knolle kugelförmig aus und entnimmt etwa 1/3 des Fruchtfleischs. Anschließend sticht man mit einem spitzen Gegenstand in das untere Ende der Knolle ein Loch, aus dem später der fertige Hustensaft tropft. Nun stellt man die Knolle in ein Gefäß und füllt sie mit Honig. Dann setzt man die Kappe wieder auf. Nach einigen Stunden ist der Hustensirup abgelaufen. Diesen füllt man in ein sauberes Gefäß und bewahrt ihn im Kühlschrank auf. Der hausgemachte Hustensaft ist bis zu 6 Monate haltbar. Man kann den Rettich sogar erneut befüllen. Das beschriebene Rezept ergibt etwa 100 ml Hustensaft, 1–2 TL davon mehrmals täglich bzw. 3-mal täglich 1 EL im Mund zergehen lassen.
Doch Vorsicht: So gesund der Schwarze Rettich auch ist, im Übermaß verzehrt kann er Reizungen im Magen-Darm-Trakt hervorrufen – vor allem bei Menschen, die in dieser Region empfindlich sind.
Dr. Andrea Flemmer
©NATUR & HEILEN, 2026
