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Pflanzenheilkunde

Sumpf-Blutauge – Blume des Jahres 2025

Nahaufnahme einer einzelnen, sternförmigen, rosa-violetten Wildblume mit spitzen Blütenblättern und dunkler Mitte, umgeben von verschwommenen grünen Stängeln und ungeöffneten Knospen - wo einfache Schönheit und Wesentlichkeit in den stillen Momenten der Natur zu finden sind.

Was von der Hamburger Loki-Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres 2025 erkoren wurde, lohnt sich definitiv näher kennenzulernen: Das Sumpf-Blutauge (Poten­tilla palustris L.) ist ein Bewohner von Moorlandschaften.

Sein Name weist sowohl auf sein Vorkommen als auch auf sein Aussehen hin, da die Blüte wie ein auffälliger Blutfleck erscheint. Leider gilt die Moorschönheit ebenso wie ihre Heimat als gefährdet, teilweise sogar als vom Aussterben bedroht. Inzwischen findet sich das Sumpf-Blutauge häufiger als Zierpflanze in Gärten als in der freien Natur. Gartenbesitzer können der Staude an sonnig-feuchten Gartenteichen eine Wohnstätte schaffen.

Die Pflanze ist Pollenlieferant für 42 Wildbienenarten. Ebenso mögen Wasservögel und Nagetiere ihre Blätter und Samen. Der aus dem Rhizom austretende rote Saft wur­de traditionell zum Rotfärben und Gerben genutzt. Mit ihrer großen Menge an Gerbstoffen ist die Pflan­ze außerdem sowohl in der rus­sischen als auch der baltischen Volksmedizin erprobte Helferin bei Durchfallerkrankungen, Magenleiden, Blutungen und Epilepsie, selbst bei der Pest soll sie zum Einsatz gekommen sein.

Darüber hi­naus wird das Sumpf-Blutauge bei Krankheiten des Bewegungsapparats empfohlen. Bei regel­mäßiger Anwendung vermag sich die Bindegewebsstruktur zu re­generie­ren, Stärke und Elastizität werden erhöht, die Durchblutung verbessert, Schmerzen, Muskelverspannungen und Gelenkschwellungen beseitigt. Die Pflanze enthält zu­dem biologisch aktive Substanzen mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden, regenerierenden und antibakteriellen Wirkungen.

Die enthaltenen Proanthocyanidine (OPC) wirken antioxidativ, herz- und magenschützend und werden bei Arthritis und Rheuma eingesetzt. Russische Wissenschaftler haben außerdem eine immunmodulierende Wirkung entdeckt.

Zum Einsatz kommen Wurzelstock, Kraut oder Blätter. Für einen antirheumatischen Tee übergießt man 1 EL getrocknetes Kraut mit 250 ml kochendem Wasser und lässt es ca. 10 Minuten ziehen, bevor man es abseiht und langsam trinkt. Die Abkochung der getrockneten Wurzeln hilft gegen Magenkrämpfe und Durchfall.

Katja Chmelik

©NATUR & HEILEN, Oktober 2025

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