Tipps & Erfahrungen

Hier finden Sie nützliche Ratschläge für ein gesünderes Leben sowie Anleitungen zur Selbsthilfe bei Alltagsbeschwerden. Auch die Leserinnen und Leser von NATUR & HEILEN tragen mit eigenen Erfahrungen dazu bei, das Wissen über naturgemäßes Leben und Heilen zu erweitern.

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Wermut – die zwei Seiten der Medaille

Wermutkraut (von der Pflanzenart Artemisia), auch Absinth oder bitterer Beifuß genannt, gehört zu den ältesten bekannten Kräutern, die schon in der Bibel erwähnt und seit der Antike als Heilpflanze eingesetzt werden. Auch im Mittelalter wurde er viel verwendet. Hildegard von Bingen empfahl das Kraut als Entwurmungsmittel. Interessanterweise lautet der englische Name bis heute „Wormwood“: Wurmholz.
Aufgrund seiner Bitterstoffe in hoher Konzentration – darunter Absinth, Gerbstoffe, Flavonoide und ätherische Öle mit Thujon, einem Nervengift, das in hoher Konzentration schädlich sein kann – gehört der Wermut zu den wichtigsten Kräutern zur Stärkung der Verdauungsorgane. So hat sich die Pflanze ausgezeichnet bewährt bei Magen- und Gallenbeschwerden, speziell bei Störungen des Gallenabflusses. Bei einer entzündeten Gallenblase und zur Nachbehandlung von Gallenkoliken kann sie auch sehr hilfreich sein. Wermut stellt die Ruhe im Körper wieder her und regt daneben die Leberfunktion an. Daneben stärkt er die Abwehrkräfte und hilft bei Menstruationsbeschwerden. Vorsicht: Schwangere sollten die Finger davon lassen (wehenfördernd!).

Wermut-Tee: Für einen Wermut-Tee übergießt man 1 Teelöffel Kraut mit 1/4 1 kochendem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen. Sehr warm nach dem Essen trinken. Nebenwirkungen sind bei dieser Dosierung kaum zu befürchten.

Anders beim Absinth, ein aus Wermut, Anis und Fenchel bestehendes alkoholisches Getränk, das im Paris des 19. Jahrhunderts sehr in Mode war und dessen stimmungsaufhellende, aber auch sinnverwirrende Wirkung viele Künstler leidvoll erfahren mussten. Das Trinken spielte sich nach einem bestimmten Ritual ab: Über ein Glas mit Absinth wurde ein gelochter Löffel mit einem Stück Würfelzucker gelegt. Darüber goss man aus bereitstehenden Behältern Wasser (im Verhältnis 1 : 3 oder 1: 5). Mit jedem Tropfen gezuckerten Wassers entstand im Absinth eine milchige Spur. Das fertige Getränk leuchtete grün oder gelb. In hoher Dosierung konnte es zum Tode führen, aus diesem Grund wurde Absinth lange verboten. Seit 1998 ist er aber in den meisten Ländern Europas wieder erhältlich.

Ilse Auerswald

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