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Ganzheitlich Heilen

Die Hand-Heilkunde (2. Teil)

Massagen als ganzheitliche Behandlungsform

Eine Person erhält eine entspannende Rückenmassage von einem Masseur, der in einer ruhigen, sanft beleuchteten Umgebung seine Hände sanft auf den nackten Rücken der Person drückt und so die wohltuende Dichte des Lebens einfängt.

Über eine der ganz originären Anwendungsformen der Hand-Heilkunde haben wir bislang nur am Rande gesprochen. Die Möglichkeiten der (Partner-) Massagen werden selbst in der Volksheilkunde bislang weitgehend unterschätzt. Dies hat seine historischen Gründe, z. B. die Leibesfeindlichkeit bestimmter Epochen des Mittelalters, ändert aber nichts daran: Massagen zählen ganz ohne Zweifel “zu den ganzheitlichen Behandlungsformen, weil sie Körper und Seele gleichermaßen wohltun” („Stiftung Warentest“) – und zu den ganz ursprünglichen allemal. Die frühesten schriftlichen Anleitungen dazu entstanden vor mehr als 4000 Jahren in China. Und das älteste natürlich-ganzheitliche, in sich geschlossen erhaltene Heilsystem der Welt, der Ayurveda, baut zu erheblichen Teilen darauf auf. Welches Potential an Heilwirkungen hier zutage tritt, offenbaren Spezialformen wie die Lymphdrainage. Sie ist inzwischen aus der Behandlung bestimmter schwerer Krankheiten (Ödeme bei Nierenerkrankungen und Krebsleiden) nicht mehr wegzudenken. Hinzu kommen noch weitere vielversprechende Abwandlungen des Grundkonzepts wie z. B. die Kolon- oder Bauchmassage, praktiziert vor allem im Zusammenhang mit F.X. Mayr-Kuren, sowie vielfältige “unkonventionelle” Massageformen. In der klassischen Massage, wie sie im 19. Jahrhundert durch Persönlichkeiten wie Per Henrik Ling und dem Arzt J. Georg Mezger entwickelt wurde, unterscheidet man fünf verschiedene Griffarten. Diese sind wichtig, weil sie gewissermaßen das ganze Repertoire repräsentieren, aus dem heraus die Hand-Heilkunde schöpft. Es beginnt in der Regel mit längeren oder kürzeren Streichungen. Dann folgen knetende, dehnende und rollende Griffe, unterbrochen wieder durch Streichungen. Nun schließen sich die so genannten Friktionen an, Reibetechniken, die auch Muskeln, Sehnen und Bänder erreichen, wiederum unterbrochen durch Streichungen. Dies alles bedeutet mehr als bloßes “Durchkneten”. Massagen setzen etwas in Gang: Sie sorgen für eine gute Durchblutung, das Abfließen von gestauten Körpersäften. Mit den so freigesetzten Energien können sich auch die Selbstheilkräfte des Körpers besser entfalten.

Lesetipps: Gewerbliche Heilmassagen dürfen nur von ausgebildeten Masseuren durchgeführt werden. Niemand kann aber daran gehindert werden, im Rahmen der Selbstbehandlung und in Form von Partnermassagen selbst Hand anzulegen. Damit dies kompetent geschieht, bedarf es einer guten Anleitung. Dafür vorzüglich geeignet ist der Ratgeber von Karin Schutt: Massagen – Wohltat für Körper und Seele. Gräfe und Unzer, München, 10,90 €. Diese[…]

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