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Krankheit & Heilung

Autoimmunkrankheit der Haut und Schleimhäute

Ich leide an einer blasenbildenen Autoimmunkrankheit der Haut und Schleimhäute und möchte Sie um Informationen dazu bitten.
 

Antwort
Die chronische blasenbildende Autoimmunkrankheit der Haut und Schleimhäute (Epidermolysis bullosa acquisita) entsteht durch Immunglobulin-G-Antikörper, die bestimmte Typen des körpereigenen Kollagens angreifen. Da die Ursachen solcher Erkrankungen noch nicht ausreichend geklärt sind, fällt die Therapie schwer. Corticosteroide werden oft versuchsweise verabreicht, helfen aber keineswegs immer und führen vor allem bei längerem Gebrauch oft zu erheblichen Nebenwirkungen. Sie sollten nur im Notfall eingesetzt werden, wenn andere Heilverfahren versagen.

Ein Versuch mit der Klassischen Homöopathie ist auf jeden Fall anzuraten, allerdings sollten Cortison-Präparate und homöopathische Mittel nicht gleichzeitig eingenommen werden, weil die letzteren nicht zur Wirkung kommen können. Es gibt viele Mittel in der Homöopathie, die bei blasenbildenden autoaggressiven Hautleiden angezeigt sind, dies muss aber der Homöopath individuell herausarbeiten.

Die Biochemie nach Schüßler empfiehlt u. a. “Kalium phosphoricum” und “Natrium sulfuricum”. Aber Selbsthilfe ist auch hier nicht angesagt, Sie sollten die Mittelwahl mit einem Naturmediziner besprechen. Eine Wirkung sowohl der Homöopathie als auch der Schüßlersalze kann man erst nach einigen Wochen erwarten, aber ein Versuch lohnt sich.

Neuerdings wendet man auch die “Plasmapherese” an, ein relativ neues Verfahren, das man als eine Art “Blutwäsche” verstehen kann. Dabei werden die Autoantikörper, die das körpereigene Kollagen angreifen (das zu den Hautveränderungen führt) aus dem Blut entfernt. Zum Teil kommt es danach nicht mehr zur Neubildung der Autoantikörper. Die Methode gilt als gut verträglich und ist einer längeren Therapie mit Corticosteroiden allemal vorzuziehen. Ob diese Möglichkeit bei Ihnen in Frage kommt, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Die Therapie von Autoimmunkrankheiten ist problematisch. Man kann die fehlgeleiteten Abwehrreaktionen zwar massiv durch chemische Arzneimittel unterdrücken, aber das schwächt natürlich auch die nützlichen Immunreaktionen, so dass die Anfälligkeit für Krankheiten insgesamt zunimmt. Trotzdem wird man bei schweren Autoimmunreaktionen wahrscheinlich auf derartige Maßnahmen nicht verzichten können.

Das Problem einer naturmedizinischen Behandlung besteht darin, dass die meisten Naturheilverfahren das Immunsystem anregen und nicht hemmen oder unterdrücken, also bei überschießenden Reaktionen meist nichts bewirken können. Das einzige uns bekannte Heilverfahren, welches das Abwehrsystem reguliert, ist wie gesagt die klassische Homöopathie, die durch individuell ausgewählte Mittel das gesamte Lebenssystem des Menschen stimmig ausrichtet, sowohl bei starken Überreaktionen, als auch bei Versagen der Abwehrkraft. Hierzu braucht es aber einen erfahrenen Homöopathen und die Mitarbeit des Betroffenen, denn die Behandlung kann sich über einen größeren Zeitraum erstrecken.

In NATUR & HEILEN Heft 2/00 finden Sie den gewünschten Artikel über die Zusammenhänge von Antibiotika und Immunsystem.

© 2002 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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