Krankheit & Heilung

Bluthochdruck durch Cortison?

Ich werde schon jahrzehntelang mit Cortison-Inhalationen gegen allergisches Asthma behandelt. Nun ist seit einiger Zeit der obere und untere Blutdruckwert sehr unterschiedlich. Gibt es eventuell einen Zusammenhang mit dem Cortison? Mein Arzt will mir Beta-Blocker verschreiben.

Antwort
Cortison gehört zu den Hormonen der Nebennierenrinde und wird therapeutisch unter anderem bei Asthma verabreicht. Theoretisch wirkt die Cortison-Inhalation nur in den Bronchien und erzeugt keine allgemeinen Nebenwirkungen. Nach einer jahrzehntelangen Cortisontherapie kann aber niemand seriös ausschließen, dass es zu Nebenwirkungen im gesamten Organismus kommt. Zu den häufigsten beobachteten unerwünschten Begleiterscheinungen von Cortison gehört der Bluthochdruck.
Dieser Zusammenhang müsste natürlich medizinisch genau überprüft werden, bevor eine Therapie ausgearbeitet wird. Wenn sich der Zusammenhang als zutreffend erweist, sollte überlegt werden, auf welche anderen weniger bedenklichen Medikamente zur Asthmatherapie umgestellt werden kann. Davon gibt es inzwischen einige, Cortison muss es nicht unbedingt sein. Bitte fragen Sie Ihren Arzt nach Alternativen. Falls es diese für Sie gibt, darf das Cortison aber keinesfalls plötzlich selbständig abgesetzt werden, das könnte zu bedenklichen Ausfallserscheinungen führen. Cortison muss langsam ausschleichend und unter fachlicher Verlaufskontrolle reduziert werden.
Für das Einsetzen von Naturheilmitteln zur Asthmatherapie und gegen den hohen Blutdruck ist auch zu bedenken, dass durch die lange Einnahme von Cortison die Reaktionsfähigkeit des Körpers auf Naturheilmittel wahrscheinlich in hohem Maße be- und verhindert wird. Sie können ihre Wirkung nicht entfalten. Das ist leider der Preis, der bei Cortisongaben gezahlt werden muss. Nach Absetzen des Cortisons dauert es noch monatelang, bis eine fachlich zu verordnende naturmedizinische Behandlung erfolgen kann.
Und nun zum Blutdruck. Der bei Ihnen vom Arzt gemessene diastolische, also untere, Blutdruckwert liegt mit 80 mmHg im Idealbereich. Ganz anders der systolische, obere, Wert mit 170 mmHg, der über dem Grenzbereich von 140-145 mmHg liegt und deshalb behandelt werden sollte. Da Systole und Diastole so weit auseinander liegen, ist naturgemäß auch die Blutdruckamplitude, die Differenz zwischen beiden Werten also, zu groß. Dazu kommt es häufig bei Arteriosklerose, wobei auch das Cortison eine Rolle spielen kann. Für eine Gefäßkrankheit spricht auch, dass die von Ihnen selbst gemessenen diastolischen Werte teilweise deutlich unterhalb des Idealwertes liegen (anders als der beim Arzt gemessene Wert), was eine typische Folge von zu starren Arterien ist, die sich nicht mehr genügend zusammenziehen können.
Normalerweise könnte man zunächst versuchen, den oberen systolischen Wert naturmedizinisch zu senken, z. B. homöopathisch oder mit Mistel- oder Weißdornpräparaten. Aber dies könnte wie oben beschrieben zumindest vorläufig an der langen Cortisonanwendung scheitern. Da ein Wert oberhalb des Grenzbereichs von 145 mmHg das Infarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich erhöht, scheinen Beta-Blocker momentan das kleinere Übel zu sein, damit Sie möglichst bald aus der sogenannten Gefahrenzone herauskommen. Wenn bis dahin auch das Cortison abgesetzt werden kann, ist anschließend ein Versuch mit individueller naturmedizinischer Therapie des Bluthochdrucks sowie des allergischen Asthmas möglich. Allerdings sollte dies unter fachlicher Begleitung erfolgen, Selbsthilfe wäre zu riskant. Was Sie selbst tun können? Viel Knoblauch und Zwiebelgewächse essen, für ausreichend Bewegung sorgen und tägliche Wechselduschen nehmen – so unterstützen Sie Ihre Arterien und den gesamten Organismus am besten.

© 2005 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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