Zahnheilkunde

Chronische Parodontose

Ich leide unter chronischer Parodontose mit tiefen Zahntaschen. Mein Zahnarzt schlug mir nun eine kontinuierliche Zahnreinigung zur Prophylaxe vor. Röntgenuntersuchungen sollen den Verlauf dokumentieren. Sind diese Maßnahmen tatsächlich angebracht? Sollte ich in diesem Zusammenhang meine Amalgamplomben entfernen lassen?

Antwort
Das Ziel jeder Parodontose-Therapie sollte sein, dass sich das Zahnfleisch wieder an den Zahnhälsen anlegt und fester wird, damit es sich nicht weiter zurückbildet. Auch der Kieferknochenschwund sollte aufgehalten werden.
Eine fachärztliche, regelmäßige Zahnreinigung kann zum jetzigen Zeitpunkt bei Ihnen notwendig sein. Wenn Sie eine entsprechende Veranlagung haben oder eine bestimmtes Krankheitsbild vorliegt – dies kann auch unbemerkt vorhanden sein, wie z. B. eine Immunschwäche oder Belastung durch Schadstoffe, Infektionen o. a. – werden sich die Zahntaschen immer wieder bilden und auch das Zahnfleisch sowie der Kieferknochen immer weiter zurückweichen. Trotz bester Zahn-Mund-Hygiene können sich dann Ablagerungen in den tieferen Zahnfleischtaschen ansiedeln. Auch Essensreste können darin zurückbleiben, die unter den geschlossenen Zahntaschen den Zahn erneut angreifen. Natürlich lässt sich das immer nur im Einzelfall genau genug abklären. Grundsätzlich ist die empfohlene Zahnreinigung nicht unbedingt ein Versuch des Zahnmediziners, sich an Ihnen zu bereichern, sondern kann durchaus begründet sein. Skepsis ist allerdings berechtigt. Im Zweifel können Sie einen weiteren (ganzheitlichen) Zahnarzt befragen, ehe Sie sich endgültig entscheiden.
Die Adressen von ganzheitlichen Zahnärzten erfahren Sie bei der Internationalen Gesellschaft für ganzheitliche Zahn-Medizin e. V., (Zahnärzte und Kieferorthopäden), Kloppenheimer Str.  10, 68239 Mannheim, Tel.: 0621/4824300, Fax: 0621/473949, Internet: www.gzm.org, Email: info@gzm-org.de. 
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Behandlung von Parodontose:
Die Basis der Behandlung ist die klassische Homöopathie. Durch sie lassen sich aus dem Gleichgewicht geratene Funktionen wieder normalisieren, dies gilt auch für den Zahnfleisch- und Kieferknochenschwund.
Fördern lässt sich der Heilungsprozess des Zahnfleisches, indem man über längere Zeit 2-3-mal täglich „Silicea-Gel“ (Reformhaus) ins Zahnfleisch einmassiert, damit es gestrafft und gefestigt wird. Damit bilden sich dann natürlich auch die Zahntaschen z. T. ganz zurück, zumindest sind sie nicht mehr so tief.
Eine weitere Möglichkeit stellt die „Zahn- und Mundpflege nach Dr. Steidl“ dar. Diese Präparate (Rizole) bestehen aus ozonisierten Ölen und sind ein sehr wirkungsvolles Mittel gegen so genannte Anaerobier. Keime also, die durch Sauerstoffzufuhr abgetötet werden. Zur näheren Information sollte sich Ihr Zahnarzt direkt an Dr. Steidl wenden, er gibt gerne Auskunft.
Der „Schwarze Sesam“ ist für den Knochen- und Bindegewebeaufbau ebenfalls gut geeignet. Hierüber wurde in NATUR & HEILEN Heft 2/06 ein Artikel veröffentlicht.
Sehr gewährt hat sich auch eine Kur mit „Periodontium/Silicea comp.“ von der Firma Wala, das in das Zahnfleisch gespritzt wird, unterstützt von „Lymphmyosot“ zur Entschlackung und „Meridol“-Mundspülung.
Ob eine Röntgenaufnahme bei Ihnen zur Festestellung des Kieferknochenschwundes zu diesem Zeitraum notwendig ist, können wir aus der Ferne nicht beurteilen, bitte beraten Sie sich mit einem zweiten Zahnarzt.
Amalgamfüllungen stellen ein Problem dar, daran besteht kein Zweifel. Eventuell verursachen die Schwermetalle auch Ihre Parodontose. Aber es ergab sich im Lauf der Zeit mit zunehmender Erfahrung, dass auch die Entfernung der Amalgamplomben problematisch werden kann, dies ist abhängig von Ihrem Allgemeinzustand. Unter Umständen dringen erst dabei Giftstoffe in den Körper ein, die vorher gut “abgekapselt” waren. Deshalb muss eine solche Sanierung sehr gründlich überlegt werden. 
Darüber hinaus ist es empfehlenswert, labordiagnostisch abzuklären, ob denn überhaupt eine Giftbelastung aus den Plomben im Körper vorliegt. Wenn die Laborwerte und die ganzheitliche Untersuchung nicht darauf hinweisen, kann es nämlich durchaus richtig sein, überhaupt nicht daran zu rühren. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die eine mögliche spätere Giftbelastung frühzeitig erkennen sollen, sind dann oft die bessere Alternative. Es ist praktisch unmöglich, so etwas aus der Ferne zu beurteilen. Deshalb hilft es auch nicht weiter, bei der einen oder anderen Selbsthilfeorganisation nachzufragen, die zudem teils sehr unterschiedliche Ansichten vertreten. Notwendiger und sinnvoller ist vielmehr, alle Fragen auch der Folgematerialien mit einem Mediziner (für die Labordiagnose) und dem Zahnarzt des Vertrauens zu besprechen, im Zweifel auch noch eine zweite Meinung dazu einzuholen, und erst danach gut informiert zu entscheiden. 
© 2006 NATUR & HEILEN (aktualisiert 2021), Beratungsservice

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