Krankheit & Heilung

Diabetes insipidus

Meine Freundin leidet an Diabetes insipidus. Heißt das, dass sie jetzt zuckerkrank ist? Und was kann sie tun?
 

Antwort
Diabetes insipidus, nach dem Sie fragten, hat nichts mit Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit, zu tun, sondern betrifft die Ausscheidungsfunktionen der Nieren. Symptomatisch sind starker Durst mit entsprechend hoher Flüssigkeitszufuhr und stark vermehrter Harnausscheidung. Man unterscheidet die folgenden beiden Formen:

Diabetes insipidus centralis/neurohormonalis als Folge einer Störung der Produktion oder Absonderung des Hormons ADH, das im Gehirn zur Regulierung der Ausscheidung produziert wird. Meist kommt es dazu bei Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirn-, Hirnhautentzündung, Tumoren am Gehirn oder an der Hirnanhangdrüse, selten liegt eine angeborene erbliche Form vor. Zur Therapie müssen vor allem die Ursachen gezielt behandelt werden (außer bei erblichen Ursachen, die im besten Fall nur durch klassische Homöopathie beeinflusst werden können), ferner gibt man das Hormon ADH als Arzneimittel, um den Mangel auszugleichen.

Diabetes insipidus renalis, wobei die Empfänger (Rezeptoren) in den Nieren nicht auf ADH ansprechen. Meist kommt es dazu durch eine angeborene erbliche Störung, teils auch bei akutem Nierenversagen oder chronischen Nierenleiden. Zur Therapie muss ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden, die mit der großen Harnmenge vermehrt ausgeschiedenen Mineralstoffe gleicht man durch entsprechende Arzneimittel aus. Ferner muss versucht werden, ursächliche Nierenleiden gezielt zu behandeln; die angeborenen erblichen Faktoren lassen sich allerdings nur schwer beeinflussen (s.o.). ADH als Medikament kann hier nicht wirken, weil die Rezeptoren darauf nicht reagieren.

Naturheilverfahren, insbesondere Homöopathie, kommen zur Therapie bei ursächlichen Nierenleiden oder Gehirnkrankheiten ergänzend in Betracht. Welche Wirkstoffe dazu geeignet sind, muss individuell vom Therapeuten beurteilt und verordnet werden. Entzündliche Erkrankungen erfordern häufig zunächst Antibiotika und dann Nachsorge mit Homöopathica. Wir möchten Ihrer Freundin raten, sich mit einem Homöopathen über eine eventuelle Behandlung zu beraten.

Spezialisten für diese Krankheiten gibt es nicht, sie gehört in den Bereich der Nephrologie/Urologie. Da es wenige homöopathische Ärzte dieser Fachrichtungen gibt, kann auch ein nicht darauf spezialisierter homöopathischer Mediziner die Behandlung versuchen. Literatur zur Krankheit liegt nur sehr spärlich vor und leider auch nicht für medizinische Laien verständlich und von Nutzen.

© 2002 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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