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Fettspaltende Enzyme und Übergewicht

Ich las vor kurzem einen Artikel über fettspaltende Enzyme im Blut. Bei Fehlen dieses Enzyms erfolgt die Ablagerung von Fett in Hüfte und Oberschenkel, was zur sog. Birnenkörperform führt. Haben Sie darüber mehr Informationen?
 

Antwort
Es gehört zu den Alltagserfahrungen, dass viele Menschen mehr oder minder eindeutig einem bestimmten Fettverteilungstyp zugeordnet werden können; da gibt es z. B. die gleichmäßig am gesamten Körper verteilten Fetteinlagerungen, sowie die Stammfettsucht oder eben die von Ihnen genannte Birnenform. Das gehört zu den individuellen Merkmalen eines Menschen und kann z. T. auch diagnostisch bedeutsam sein, z. B. bei Stammfettsucht als Folge hormoneller Störungen. Aus der Birnenform lassen sich aber keine Krankheiten ableiten.
Die Information, dass diese birnenförmige Fettverteilung mit fettspaltenden Enzymen in Beziehung steht, ist grundsätzlich richtig (und gilt auch für die anderen Fettverteilungstypen); allerdings entscheiden nicht die Enzyme allein darüber, wie das Fett verteilt wird. Aber wenn Sie daraus – wie wir aus Ihrer Anfrage herauszulesen meinen – die Hoffnung schöpfen, dass man diesen Zustand durch Enzymtherapie beeinflussen kann, müssen wir Sie leider enttäuschen, so einfach geht das nicht.

Der Mangel an bestimmten fettspaltenden Enzymen ist nämlich nicht die eigentliche Ursache dieses Fettverteilungstyps. Vielmehr steht dahinter eine Veranlagung, die über die Produktion dieser körpereigenen Enzyme entscheidet. Die Birnenform, aber natürlich auch die anderen Typen, sind also anlagebedingt und tauchen deshalb familiär gehäuft auf. Diese ursächliche Veranlagung lässt sich nicht ändern, außer durch eine langjährige konstitutionelle homöopathische Behandlung. Ansonsten muss man mit solchen Merkmalen leben.
Die Frage liegt nahe, ob der anlagebedingte Enzymmangel kompensiert werden kann, indem man die fehlenden Enzyme als Arzneimittel ausreichend zuführt. Das wurde in wissenschaftlichen Studien bereits untersucht, aber der erhoffte Erfolg blieb leider aus. Es mag sein, dass bei diesen Untersuchungen nicht alle notwendigen Enzyme verabreicht wurden, schließlich gibt es mehr als 6000, die noch längst nicht alle genau genug bekannt sind. Denkbar ist aber auch, dass nicht nur die Enzyme den individuellen Fettverteilungstyp bestimmen, dazu liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Ob man irgendwann einmal die Fettverteilung am Körper beeinflussen kann, lässt sich derzeit noch nicht absehen; vielleicht wäre es ja überhaupt nicht wünschenswert, in solche natürlichen Funktionen therapeutisch einzugreifen.

So bleibt leider nur zu empfehlen, dass die Betroffene/n darauf achten, das individuelle Normalgewicht nicht zu überschreiten bzw. Übergewicht konsequent und dauerhaft zu normalisieren. Das verändert zwar nicht den Fettverteilungstyp, aber bei Normalgewichtigen fällt das kaum ins Auge, während es bei Übergewicht deutlich sichtbar werden kann. Damit dient man auch der Gesundheit insgesamt, denn Übergewicht gehört zu den Risikofaktoren für verschiedene Erkrankungen.

© 2007 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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