Krankheit & Heilung

Langjähriges Mundekzem

Seit ihrer Kindheit leidet meine 19-jährige Tochter an einem unerklärlichen starken Hautekzem um die gesamte Mundregion herum. Sie belastet diese äußerlich stark gerötete, verschorfte und geschwollene Haut sehr. Verschiedene alternative Heilverfahren konnten ihr nicht wirklich helfen.

Antwort
Bei dem Ekzem Ihrer Tochter handelt es sich wahrscheinlich um ein sogenanntes endogenes Ekzem, besser bekannt unter dem Namen Neurodermitis. Aus der Ferne ist dies nicht leicht zu beurteilen, hier wäre es nochmals sinnvoll, einen Facharzt für Dermatologie hinzuzuziehen, um die exakte Diagnose erstellen zu können, die für eine ursachenbezogene Therapie entscheidend wäre. Die Therapien, die bereits durchgeführt worden sind, wie z.B. die Darmsanierung, sprechen aber bereits für die vermutete Diagnose.
Beim endogenen Ekzem ist meistens eine umfassende Therapie erfolgversprechend, basierend auf den vier Säulen: Äußere Anwendungen wie Cremes und Salben, Ernährung sowie innere Heilmittel und – sehr wichtig – der psychosomatische Aspekt.
Äußerlich kann die „Rosatum“-Heilsalbe (Wala) versucht werden, die unter anderem das entzündungshemmende Rosenöl enthält, im Wechsel z.B. mit „Ekzevowen“-Salbe (Weber u. Weber), deren Hauptwirkstoffe Berberis, Tigergras und Stiefmütterchen sind. Beide rein pflanzlich, gut verträglich und heilend bzw. pflegend. Vom Ernährungsaspekt her kann es sinnvoll sein, nochmals speziell citrushaltige Nahrungsmittel, scharfe Gewürze und Fisch bzw. Fischeiweiß auf einen möglichen Auslöser hin zu untersuchen.
Eine Darmsanierung kann zum zweiten Mal sehr sinnvoll und heilsam sein. Hier ist vor allem die „Symbioflor“-Reihe 1 und 2 empfehlenswert. Der Darm steht in engem Zusammenhang mit der Haut und Schleimhaut, insbesondere auch der des Mundes. Parallel versucht werden kann „Cichorium/Pankreas“-Globuli (Wala), um die Verdauungsfunktion sanft anzuregen bzw. den Stoffwechsel umzustimmen.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Mund in Verbindung mit dem Funktionskreis Milz gebracht. Es wäre also sinnvoll, bei Ihrer Tochter z.B. mit Hilfe von Akupunktur oder Kräutertherapie eine Milz-Qi-Stärkung vorzunehmen und in diesem Zusammenhang evtl. auch nach anderen funktionellen Dysbalancen im Sinne der TCM zu schauen.
Ein wichtiger weiterer Aspekt scheint der psychosomatische Hintergrund zu sein, der vielleicht bisher zu wenig beachtet wurde. Gerade bei chronischen Hauterscheinungen lohnt oft eine Betrachtung von möglichen Stressphänomenen, die zu immer wiederkehrenden Hautproblemen führen können.
Hier sollte speziell die Funktion der Haut als Abgrenzungsorgan betrachtet werden – oft haben Betroffene Probleme, ihre Interessen und Bedürfnisse für sie stimmig durchsetzen zu können. Manchmal bestehen auch innerfamiliäre Konflikte, die über ein chronisches Hautproblem ausgetragen werden. Es lohnt sich in jedem Fall diesen Aspekt in die Therapie mit einfließen zu lassen, vielleicht auch mit Hilfe einer Gesprächstherapie.

© 2011 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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