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Krankheit & Heilung

NASH – eine Modeerkrankung der Leber

Haben Sie Informationen zu der neuen Modekrankheit „NASH“, unter der gehäuft Jugendliche zu leiden haben? Bei einem Jungen in der Verwandtschaft wurde diese kürzlich bei einer Routineuntersuchung diagnostiziert.

Antwort
NASH bedeutet nichtalkoholische Steatohepatitis, womit eine Leberveränderung bezeichnet wird, die nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht wurde, der normalerweise diesem Krankheitsbild zugrunde liegt. Unter einer NASH versteht man das gemeinsame Auftreten eines Leberzellschadens in Form einer Verfettung, begleitet von entzündlichen Zellinfiltraten und einer wechselnd stark auftretenden Fibrose, d. h. das Lebergewebe wird durch Bindegewebe ersetzt. Dieses Symptombild wird auch als Fettleberhepatitis, pseudoalkoholische Hepatitis, diabetische Hepatitis u. a. bezeichnet. 75 % der Betroffenen sind adipöse Frauen im mittleren Lebensalter, aber auch normalgewichtige Männer können NASH-Veränderungen haben. In jüngster Zeit häufen sich die Fälle bei übergewichtigen Kindern, bei denen bereits derartige Leberfunktionsstörungen vorliegen können.
Über die Ursachen ist noch wenig bekannt. Als gesichert gilt, je übergewichtiger der Patient ist, desto höher ist das Risiko einer entzündlichen Veränderung der Leber. Das höchste Risiko haben adipöse Trinker, aber auch Diabetes gilt als Risikofaktor. Ebenso spielen Medikamente (Antiarhythmikum, synthetische Östrogene, Corticoide), Stoffwechselstörungen, oxidativer Stress und Ernährungsstörungen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von NASH. Bei den meisten Betroffenen wird NASH nur zufällig entdeckt, weil sie ansonsten beschwerdefrei sind oder nur unspezifische Beschwerden im rechten Oberbauch mit Müdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit haben. Die Leber ist vergrößert aber weich, die Leberwerte nur mäßig erhöht. Bei etwa 50 % der NASH-Patienten bleibt der Zustand stabil ohne tiefgreifende Veränderungen des Lebergewebes.
Diesen Ausführungen zufolge sollte abgeklärt werden, ob Ihr Verwandter an versteckter Diabetes I (Jugenddiabetes) oder an Diabetes II (Altersdiabetes) leidet, welcher zunehmend häufiger bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Diabetes kann zusammen mit den neuen (schlechten) Ernährungsgewohnheiten eine der Hauptursachen für eine Fettleber sein. Wir können aus der Ferne nicht beurteilen, welche Ursachen bei dem Jungen zugrunde liegen, wie seine Ernährungsgewohnheiten (evtl. Pommes u. Ketchup, Nudeln, Fanta, Chips, Milchschnitten, Fertigprodukte etc.) seit Babyzeiten sind, ob er vielleicht etwas „pummelig“ ist und ob er viel vor dem Computer sitzt, statt sich zu bewegen. Oder ob genau das Gegenteil zutrifft und er ein relativ gesundes Leben führt. Vielleicht gibt es auch in der Familie eine Leberschwäche? Viele Fragen, deren Antworten wir nicht kennen.
Die Therapie richtet sich nach dem Befund. Sicherlich wird sich das Meiden von Fett, gemeint sind vor allem gesättigte Fettsäuren aus raffinierten Fertigspeisen und Tierfett, sowie das Meiden von raffiniertem Zucker und Weißmehl nicht als alleinige Maßnahme herausstellen. In jedem Falle sollte die Ernährung gezielt auf Vollwertkost umgestellt werden (falls nicht schon längst geschehen), am besten zusammen mit einem Ernährungsberater, damit Ihr Verwandter nicht die Lust am Leben verliert und trotzdem das Richtige isst. Auch eine eventuelle Diabetes-Erkrankung muss hier mit einbezogen und entsprechend korrigiert werden. Die Leber sollte ferner mit entsprechenden Maßnahmen entgiftet und gestärkt werden, am besten mit Präparaten aus Mariendistel, Zink und alpha-Liponsäure (s. a. den Artikel zur Leberentgiftung in dieser Ausgabe!). Um Ihren Verwandten auf allen Ebenen zu unterstützen, ist eine Konstitutionsbehandlung mit Klassischer Homöopathie bestimmt sehr sinnvoll. Entscheidend aber ist ein ausreichendes tägliches Bewegungsprogramm und ein eingeschränktes Computerprogramm, denn das ausschließliche Sitzen vor dem Computer als alleinige Freizeitbeschäftigung gilt bei vielen Jugendlichen als einer der ausschlaggebenden Risikofaktoren für NASH, aber auch für viele weitere so genannte Zivilisationskrankheiten. 

© 2006 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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