Offenes Bein nach Krankenhausaufenthalt
Antwort
Ob das Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) tatsächlich durch Antibiotika verursacht wurde, wie Sie vermuten, können wir nicht beurteilen. Jedenfalls sollte man nicht einfach von Antibiotika-Folgen ausgehen, sonst wird u. U. eine der anderen möglichen Ursachen verschleppt.
Vorwiegend entsteht das Ulcus cruris nämlich bei venösen (seltener arteriellen) Durchblutungsstörungen, zudem kann ein Zusammenhang mit Diabetes bestehen. Da Ihre Tante hoch betagt ist und wohl einige Zeit in der Klinik lag, wäre eine Störung der Durchblutung als Folge der krankheitsbedingten Bettruhe durchaus möglich. Aber auch an eine Infektion mit (vielleicht) resistenten “Krankenhauskeimen” (Pyodermie) sollte gedacht werden. Das muss so genau wie möglich abgeklärt werden, denn eine auf Dauer wirksame Therapie setzt voraus, dass die Ursachen gezielt angegangen werden können.
Aus der Ferne können wir nur allgemein etwas zur Therapie sagen. Innerlich wäre vor allem das homöopathische Mittel Arnica D 4 – D 12 u. U. sinnvoll, das lässt sich jedoch nur individuell auswählen. Grundsätzlich spricht nichts gegen einen Versuch mit Arnica, aber wenn nicht bald (nicht unnötig lang verzögern) eine Wirkung eintritt, muss die Homöopathie fachlich verordnet werden, wahrscheinlich auch in höheren Potenzen.
Mindestens ebenso wichtig ist die lokale Therapie von außen. Als einfache Hausmittel eignen sich z. B. Umschläge mit Kamillen, Ringelblumen- oder Echinacea-Salbe. Besonders muss auf sorgfältige Wundhygiene geachtet werden, damit das Ulcus nicht infiziert wird. Dazu eignen sich die modernen sterilen Schaumverbände (Apotheke) gut, die den Hautdefekt schützen und mögliche Absonderungen daraus aufnehmen. Es gibt diese Verbände auch mit Silberzusatz zum Schutz vor Infektionen, aber dann stehen sie unter Rezeptpflicht.
Auch die Maden-Therapie hat sich bei schlecht heilenden Wunden als sehr wirkungsvoll herausgestellt. Bitte fragen Sie einen Naturarzt nach entsprechenden Informationen.
Falls es sich um einen therapieresistenten Krankenhauskeim handelt, der die offenen Stellen nur schwer heilen lässt, kann das Besprühen der angrenzenden Gebiete mit Spenglersan-Kolloiden (G + K) versucht werden, lesen Sie hierzu bitte den Artikel in NATUR & HEILEN Heft 4/06. Spenglersan kann die körpereigene Abwehr sehr gut unterstützen und es kommt zur schnellen Abheilung des Wundgebietes.
Falls bei Ihrer Tante ein Diabetes mellitus vorliegt, sollten Sie sich fachlich beraten lassen, diese Behandlung kann nicht in Selbsthilfe erfolgen
Auf Heilerde verzichtet man beim Ulcus cruris besser; zwar wirkt sie ähnlich wie Schaumverbände aufsaugend, aber das Infektionsrisiko liegt zu hoch, das muss man heute dank der obigen Alternativen nicht mehr eingehen.
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