Krankheit & Heilung

Prostata-spezifisches Antigen (PSA)

Mein Mann lässt regelmäßig den PSA-Wert ermitteln, damit eine bösartige Erkrankung der Vorsteherdrüse rechtzeitig diagnostiziert werden kann. Der Apotheker, der den Test bei ihm durchführt, kann aber nicht die Prostata direkt untersuchen. Gibt der PSA-Wert auch ohne weitere Untersuchungen bereits genügend Auskunft über den Zustand der Drüse? Bei meinem Mann liegt der Wert zwar immer noch im grünen Bereich, steigt aber allmählich an. Was bedeutet das und welche Maßnahmen sind dagegen notwendig?

Antwort
Die Abkürzung PSA bedeutet prostata-spezifisches Antigen. Dieser körpereigene Eiweißstoff wird in der Vorsteherdrüse gebildet und dem Sperma beigemischt. Seine Aufgabe besteht darin, das Sperma nach dem Samenerguss zu verflüssigen.
Der PSA-Blutwert liegt normalerweise unter 4 ng/ml (Nanogramm = 1 Milliardstel Gramm in 1 ml Blutserum). Höhere Werte treten bei der verbreiteten gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse, bei Prostataentzündungen und beim Karzinom der Drüse auf. Der PSA-Wert allein erlaubt noch keine sichere Diagnose. Liegen die Blutwerte zu hoch, muss durch gezielte Untersuchungen geklärt werden, welche krankhaften Ursachen dahinter stehen. Diese eingehendere Diagnostik ist dem Apotheker natürlich nicht möglich. Er kann an dem PSA-Wert lediglich erkennen, ob begründeter Verdacht auf eine Erkrankung der Prostata besteht, und den Patienten bei entsprechendem Testergebnis an den Mediziner verweisen.
Das schmälert den Nutzen der PSA-Bestimmung aber in keiner Weise. Insbesondere der Verdacht auf ein Prostatakarzinom kann bei erhöhten Werten oft frühzeitig genug auftreten, wenn die weitere Prognose noch günstig und völlige Heilung oder Hemmung des Tumorwachstums möglich erscheint. Deshalb gilt PSA auch als Tumormarker. Das sind bestimmte Substanzen oder zelluläre Veränderungen, die Auskunft darüber geben, ob an der Prostata bereits ein  Karzinom vorliegt, wie es verläuft und welche Prognose gestellt werden kann.
Der langsame Anstieg der PSA-Werte bei Ihrem Mann bleibt solange unbedenklich, wie er im Referenzbereich unter 4 ng/ml liegt. Vermutlich steht dahinter eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die mit zunehmendem Alter ausgeprägter wird. Grundsätzlich ist eine Untersuchung und Therapie erst dann erforderlich, wenn bei der Untersuchung 4 ng/ml überschritten werden. Allerdings spricht auch nichts dagegen, bereits jetzt mit der Prophylaxe zu beginnen, die eine weitere Vergrößerung oder ein Karzinom der Vorsteherdrüse verhüten soll.
Grundlage der Prophylaxe ist eine fettarme Ernährung, denn die heute übliche zu fette Kost beeinflusst den Hormonhaushalt von Frau und Mann ungünstig. Das trägt mit zur Prostatavergrößerung und zum Karzinom der Vorsteherdrüse bei (Frauen erkranken bei zu fetter Ernährung wahrscheinlich häufiger an Brustkrebs). Eine spezielle Diät muss nicht eingehalten werden, es genügt, wenn die falsche Zivilisationskost dauerhaft auf fett- und fleischarme, rohkostreiche Vollwertkost umgestellt wird.
Kürbiskerne werden in der Volksheilkunde mancherorts (etwa in Siebenbürgen) seit langem für die Blase und Prostata genutzt. Mittlerweile konnte diese Anwendung auch wissenschaftlich exakt bestätigt werden. Wirksam sind hauptsächlich die Aminosäuren Arginin und Glutaminsäure in den Kürbiskernen. Arginin wirkt der Prostataschwellung entgegen. Glutaminsäure vermindert die in der Drüse vorhandenen freien Aminosäuren, so dass weniger „Baustoffe“ für eine Vergrößerung zur Verfügung stehen. Da nicht alle Kürbiskerne gleich gut wirken, bevorzugt man zur Prophylaxe fertige Zubereitungen aus Reformhaus oder Apotheke nach Gebrauchsanweisung. Anstelle der Kerne kann man Kürbiskernkapseln verwenden.
Weniger bekannt als Kürbiskerne sind die Brennesselsamen (nicht -blätter), sie versprechen ebenfalls eine gute vorbeugende Wirkung. Sie lässt sich vor allem auf die Sterine (fettähnliche Stoffe in allen Zellen) in den Samen zurückführen. Insbesondere Beta-Sitosterin kann Prostatavergrößerung vorbeugen und die Harnentleerung normalisieren. Fertige Zubereitungen aus Apotheke oder Reformhaus sind grundsätzlich vorzuziehen.
Sitosterin gibt es auch isoliert in Kapseln. Zum Teil wird es aus einer tropischen Heilpflanze gewonnen. Im allgemeinen benötigt man isolierte Sterine aber nicht zur Vorsorge, sondern erst zur Therapie. Das gilt auch für die Früchte der Sabal-(Sägezahn-)palme, die in Arzneimittelzubereitung zur Behandlung verabreicht wird. Ergänzend können noch Blütenpollen, Vitamin E und Echinacea verwendet werden, die zwar nicht unbedingt zur Prophylaxe gehören, aber die Wirkung von Brennesselsamen und Kürbiskernen verbessern. Weiter vorbeugende Maßnahmen sind im allgemeinen nicht erforderlich.

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