Krankheit & Heilung

Schlafmittelabhängigkeit

Ich habe seit vielen Jahren Schlafprobleme. Von meinem Hausarzt bekam ich immer wieder Schlafmittel verschrieben. Nun leide ich unter daraus resultierendem Schwindel. Von der Sucht loszukommen ist schwer, kennen Sie einen Weg?
 

Antwort:
Die unverhältnismäßige Verordnung von Schlafmitteln ist in der hausärztlichen Praxis leider zunehmend zum Problem geworden. Generell sollten chemische Schlafmittel – wenn überhaupt – nur zur Kurzzeittherapie eingesetzt werden. Der Langzeitgebrauch bzw. die Langzeitverordnung ist jedoch oft die Regel und viele Menschen, vor allem jedoch Frauen, leiden unter der damit verbundenen Arzneimittelabhängigkeit.

Langzeitnebenwirkungen sind meist Schwindel, Konzentrationsstörungen, erneute Schlafstörungen, depressive Verstimmungen oder Angstzustände. Daher ist es wichtig und für die Lebensqualität entscheidend, von der Abhängigkeit loszukommen. Der Schwindel bzw. andere Symptome bilden sich meistens wieder zurück, wenn der Körper entgiftet wurde und sich damit auch Geist und Seele erholen können. Dies kann ein längerer Weg sein, aber er ist in jedem Fall lohnenswert und viele Betroffene berichten nach der Entziehung bzw. Entgiftung über ein völlig neues Körper- und Lebensgefühl. Daher sollte man sich keinesfalls mit der "lebenslangen" Diagnose Schwindel abgeben, sondern dies als Anlass nehmen, um konkrete Schritte zur Entwöhnung und Entgiftung einzuleiten.

Bei einer stärkeren und langandauernden Abhängigkeit wäre es sinnvoll, die Entwöhnung unter stationären Bedingungen durchzuführen, z.B. auch im Rahmen einer Kur, eventuell in einer psychosomatisch ausgerichteten Klinik, die evtl. auch naturheilkundliche Therapien anbietet. Adressen hierzu findet man bei den örtlichen Krankenkassen, die auch eigene Reha-Berater haben.

Es ist jedoch auch möglich, die Entwöhnung schrittweise ambulant durchzuführen, hier sollte man sich einen vertrauenswürdigen Hausarzt oder Neurologen suchen, der die Entwöhnung unterstützt und wirkliches Interesse daran hat. Sinnvoll ist die Reduzierung der Schlafmittel-Dosis (meistens sind es die Wirkstoffe Oxazepam oder Diazepam), Milligramm für Milligramm von Woche zu Woche. Bei Entzugserscheinungen bzw. Unruhezuständen und Nervosität können pflanzliche Mittel eingesetzt werden. Gerade die neueren Präparate wie z.B. "Neurapas balance" (eine Kombination aus Passionsblume, Baldrian und Johanniskraut) oder auch hochdosierter Lavendelextrakt (z.B. das Präparat "Lasea") können aufkommende nervöse und ängstliche Gefühle, die durch den Entzug entstehen, wirkungsvoll lindern. Wichtig ist, in jeder Phase der Entwöhnung viel zu trinken (gut sind ca. 2,5 Liter pro Tag), am besten stilles Quellwasser, um die Nieren zu stärken und die körpereigene Entgiftung anzuregen. Unterstützend können Präparate wie z.B. "Heel-Kit" (Entgiftungstropfen für Leber, Niere und Lymphsystem) eingenommen werden.

Hilfreich sein kann auch die begleitende Behandlung mit Akupunktur, hier vor allem die Ohrakupunktur, die vegetative Symptome sehr effektiv beeinflusst. Auch Entspannungsmethoden wie z.B. Yoga, Qi Gong oder Meditation können in einer solchen Zeit zu wertvollen Begleitern werden und innere Unsicherheiten und Selbstzweifel, die oftmals in Zusammenhang mit der Abhängigkeit entstehen, reduzieren.

Wichtig ist, dass sich Betroffene einen vertrauensvollen Arzt oder Therapeuten suchen, der sie in der Zeit der Entwöhnung unterstützt und ermutigt. Es kann auch sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe in Form eines Psychotherapeuten zu suchen, mit dem man zusammen die Hintergründe und die aufrechterhaltenden Faktoren für die Sucht aufarbeitet bzw. beleuchtet. Die Ursachen für Schlafstörungen sind oft vielschichtig und keinesfalls dauerhaft mit der Einnahme von chemischen Substanzen heil- bzw. lösbar. Es findet lediglich eine Verdrängung der Probleme statt, die jedoch gesehen und angehört werden wollen, um Körper und Seele dauerhaft davon zu befreien.

© 2010 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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