Krankheit & Heilung

Titanschraube im Hüftgelenk

Nach einem Unfall wurde mir bei der Operation eine Titanschraube in den Oberschenkelhalsknochen eingesetzt. Die Klinik rät nun von einer Entfernung ab, der Orthopäde rät hingegen wegen möglicher Komplikationen zu einer Zweit-OP, obwohl ich durch die Schraube keinerlei Beschwerden habe. Was ist Ihre Meinung dazu?

Antwort
Bei Ihnen wurde Ihren Schilderungen nach eine Osteosynthese durchgeführt. Vereinfacht gesagt wird dabei die Fraktur in die anatomisch korrekte Position gebracht und durch einen “Kraftträger” (hier die dynamische Hüftschraube, DHS) stabilisiert. Das bietet den Vorteil, dass bald mit der Übungsbehandlung begonnen werden kann, die das Thrombose-Risiko senkt und Schäden durch lange Ruhigstellung (z. B. Schwund der Knochenmasse) vorbeugt. An diesem Vorgehen nach dem Unfall gibt es nichts zu kritisieren.
Im Allgemeinen wird ein solcher “Kraftträger” in einer Zweit-Operation wieder entfernt, sobald er seinen Zweck erfüllt hat, um mögliche Spätkomplikationen wie Lockerung des Materials, Entmarkung und Durchblutungsstörungen der Knochen zu vermeiden. Diese zweite Operation ist aber nicht immer zwingend erforderlich. Da uns Ihr Fall nicht genauer bekannt ist, können wir die gegensätzlichen Auffassungen der Klinikärzte und des Orthopäden nicht nachvollziehen und beurteilen.
Anzunehmen ist, dass die gute Verheilung für die Ärzte an der Klinik Anlass war, auf die Entfernung der DHS zu verzichten; ein unvertretbares Risiko für Komplikationen war scheinbar nicht erkennbar. Es ist sehr lobenswert und keineswegs immer selbstverständlich, dass eine Klinik aus freien Stücken eine Operation unterlässt, oft wird ja eher zu voreilig operiert. Die Ärzte müssen sich ihrer Sache schon sehr sicher sein, wenn sie die Zweit-OP nicht für notwendig erachten.
Der niedergelassene Orthopäde hingegen orientiert sich wahrscheinlich am üblichen Vorgehen und will auch das geringste Risiko späterer Komplikationen ausschließen. Dafür nimmt er jedoch die möglichen Risiken der Zweit-OP in Kauf, die schwerer wiegen könnten als die geringe Gefährdung durch Spätkomplikationen.
Soweit man das aus der Ferne beurteilen kann, sind die beiden gegensätzlichen Empfehlungen als fortschrittlich (Klinik) und traditionell (Orthopäde) zu klassifizieren. Wenn dann noch berücksichtigt wird, dass die Klinik in der Regel über mehr Erfahrung als ein niedergelassener Orthopäde verfügt, könnte man zu der Ansicht gelangen: Die zweite OP ist – zumindest derzeit – nicht erforderlich. Sollte es später wider Erwarten doch noch zu Komplikationen kommen, wird die OP dann durchzuführen sein.
Überdies sollte nicht übersehen werden, dass die verbleibende Hüftschraube dem Knochen zusätzlich Halt bietet. Eine Fraktur, auch wenn sie noch so gut verheilt ist, hinterlässt doch immer eine gewisse Schwachstelle im Knochen; das sollte am besonders stark belasteten Oberschenkelhalsknochen so weit wie möglich vermieden werden. Auch unter diesem Aspekt erscheint es also grundsätzlich günstiger, die Zweit-OP nicht durchzuführen.
Vom Material der DHS geht in der Regel kein Risiko aus, Titan gilt als gut verträglich und sehr haltbar. So, wie die Hüftschraube eingesetzt wird, kommt es auch nicht zum Abrieb von Titan durch Bewegungen. Wenn Sie allerdings sicher gehen wollen, ob Sie Titan vom gesamten Organismus gut vertragen, können Sie durch entsprechende Testverfahren wie z. B. Elektroakupunktur nach Voll, Bioresonanztherapie, Vega-Test oder Kinesiologie austesten lassen, wie Ihr Körper auf diesen Fremdstoff reagiert und ob er langfristig durch ihn geschwächt wird. Dieser Befund kann dann ebenfalls zur Entscheidung beitragen.
© 2006 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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