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Vitiligo – Gute Chancen für Ginkgo

Meine Tochter leidet seit ihrer Kindheit an der Pigmentstörung Vitiligo und leidet aus kosmetischen Gründen sehr darunter. Wir haben schon viele Therapieversuche unternommen, aber nichts hat dauerhaft geholfen, das Fortschreiten der weißen Flecken zu stoppen. Was ist die Ursache dieser Störung und gibt es doch noch eine Möglichkeit, sie zu behandeln?

Antwort
Die Weißfleckenkrankheit oder Vitiligo zeigt sich in Form von milchig- bis rosaweißen Flecken, die zwar recht groß werden, aber keinesfalls in die Tiefe dringen können. Nichts Gefährliches also, doch der Leidensdruck der Betroffenen ist groß, da die „Fleckenkrankheit“ für starke ästhetische Einschränkungen sorgt. Wissenschaftler rätseln jedoch noch über ihre Ursachen. Möglich ist, dass die eigentümliche Herkunft der Pigmentzellen eine Rolle spielt. Diese haben nämlich ihren entwicklungsgeschichtlichen Ursprung nicht in der Haut, sondern im Nervensystem des Menschen. Sie sind also gewissermaßen bloß „Gäste“ in unserer Haut, die sich aus dem Nervensystem dorthin „verirrt“ haben. Mit der möglichen Folge, dass sie vom Immunsystem nicht als Hautbestandteil identifiziert, sondern als Feinde eingeschätzt und dementsprechend attackiert und vernichtet werden.
Eine andere These spricht davon, dass es sich bei Vitiligo im eigentlichen Sinne nicht um eine Haut-, sondern um eine Nervenerkrankung handelt. Hierfür spricht, dass die Pigmentstörung besonders dann auftritt, wenn der betroffene Mensch psychisch stark belastet ist. Eine dritte These geht schließlich davon aus, dass die Pigmentzellen sich selbst auflösen, also regelrecht Selbstmord begehen würden. Hierfür spricht die Beobachtung, dass bei der Herstellung des Farbstoffes in den Pigmentzellen aggressive Substanzen entstehen können.
Welches der drei Erklärungsmodelle letzten Endes zutrifft, ist bislang ungeklärt, möglich ist auch, dass alle drei bei der Entstehung von Vitiligo eine Rolle spielen. Die unsichere Ursachenlage hat jedoch dazu geführt, dass auch bei der Therapie keine einheitliche Linie vorherrscht. So dominiert in Europa – im Unterschied zu den USA – die so genannte PUVA-Therapie, eine Behandlung mit UVA-Licht in Kombination mit dem Medikament „Psoralen“, das in der Haut für das Licht sensibler macht. Ihr Ziel besteht darin, das Immunsystem zu bändigen und sein „Wut“ auf die Pigmentzellen zu verringern. Die Erfolgsquote ist jedoch mäßig, die Chancen für eine Wiederkehr der Hautfarbe liegen bei 35-40 %. Zudem bestehen relativ viele Risiken: Die Augen werden empfindlich gegen Licht und müssen noch viele Stunden nach einer Bestrahlung mit einer Sonnenbrille geschützt werden, laut jüngeren Studien steigt auch das Hautkrebsrisiko.
Ärmer an Nebenwirkungen ist der Ginkgo, der jüngst in einer indischen Studie seine Wirksamkeit bei Vitiligo zeigte. Der Dermatologe Davinder Parsas und sein Team behandelten 25 Patienten mit einem Ginkgo-Extrakt, eine Kontrollgruppe erhielt ein wirkungsloses Plazebo, beide Anwendungen dauerten sechs Monate. Im Ergebnis wurde bei 80 % der Ginkgo-Gruppe das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt, im Unterschied zu 40 % bei den Plazebo-Patienten. Zehn der Ginkgo-Patienten zeigten sogar eine deutliche oder vollständige Rückkehr der Hautfarbe, in der Kontrollgruppe waren es gerade mal zwei.
Die Fachwelt zeigt sich ob der im Herbst 2003 veröffentlichten Studie überrascht, denn Ginkgo wurde bislang als Vitiligo-Medikament nicht ernsthaft diskutiert. Doch Ginkgo wirkt bekanntermaßen antioxidativ, es wäre also möglich, dass er die Pigmentzellen in der Haut vor aggressiven Sauerstoffverbindungen schützt.

© 2015 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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