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Zahnheilkunde

Zahnreinigung nach Parodontitis-Behandlung

Ich habe vor etwa 14 Monaten eine Parodontitis-Behandlung machen lassen. Der Zahnarzt meinte beim Nachschauen, das Zahnfleisch sähe gut aus, aber ich sollte eine Zahnreinigung vornehmen lassen, weil sich in den tiefen Zahntaschen Speisereste ablagern könnten. Mit Zahnseide würde ich da nicht drankommen. Auf meine Nachfrage meinte er, dass sich durch die Zahnreinigung das Zahnfleisch wieder an den Zahnhals anlegen könnte. Das würde dann bedeuten, dass sich die Zahntaschen zurückbilden und nicht mehr so tief sind. Ich frage mich, ob diese Zahnreinigung, die man natürlich aus eigener Tasche bezahlen muss, wirklich notwendig ist? Außerdem möchte ich drei mit Amalgam gefüllten Zähne sanieren lassen, wo kann ich mich über Alternativen informieren?

Antwort
Es ist richtig, dass sich das Zahnfleisch von allein wieder den Zahnhälsen anlegen kann, das sollte sogar das Ziel der Parodontitis-Therapie sein. Fördern lässt sich dieser Heilungsprozess übrigens, indem man über längere Zeit 2 – 3-mal täglich Silicea-Gel (Reformhaus) ins Zahnfleisch einmassiert, damit es gestrafft und gefestigt wird. Damit bilden sich dann natürlich auch die Zahntaschen z. T. ganz zurück, zumindest sind sie nicht mehr so tief.
Dennoch kann eine fachärztliche Zahnreinigung zum jetzigen Zeitpunkt zusätzlich angezeigt sein. Seit der Paradontitis-Therapie sind 14 Monate vergangen; während dieser relativ langen Zeit haben sich wahrscheinlich – trotz bester Zahn-Mund-Hygiene – tatsächlich Ablagerungen in den noch weiter geöffneten, tieferen Zahnfleischtaschen angesiedelt. Legt sich das Zahnfleisch nun wieder fester an, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Zahntaschen ganz sauber sind. Reste können darin zurückbleiben, die unter den geschlossenen Zahntaschen den Zahn erneut angreifen. Dann wäre die gesamte unangenehme und teure Prozedur fast vergeblich gewesen. Natürlich lässt sich das immer nur im Einzelfall genau genug abklären. Grundsätzlich ist die empfohlene Zahnreinigung nicht unbedingt ein Versuch des Zahnmediziners, sich an Ihnen zu bereichern, sondern kann durchaus begründet sein. Skepsis ist allerdings berechtigt. Im Zweifel können Sie einen weiteren (ganzheitlichen) Zahnarzt befragen, ehe Sie sich endgültig entscheiden.
Die Adressen von ganzheitlichen Zahnärzten erfahren Sie bei der „Internationalen Gesellschaft für ganzheitliche Zahn-Medizin e. V.“ (Zahnärzte und Kieferorthopäden), Seckenheimer Hauptstr. 111, 68239 Mannheim, Tel. 0621/4824300, Fax /473949, Internet: www.gzm.org, eMail: gzm@gzm.org.
Nun zu Ihrer zweiten Frage: Amalgamfüllungen stellen ein Problem dar, daran besteht kein Zweifel mehr. Aber es ergab sich im Laufe der Zeit mit zunehmender Erfahrung, dass auch die Entfernung der Amalgamfüllungen problematisch werden kann. Unter Umständen dringen erst dabei Giftstoffe in den Körper ein, die vorher gut “abgekapselt” waren. Deshalb muss eine solche Sanierung sehr gründlich überlegt werden. Auch dies sollten Sie möglichst mit einem ganzheitlichen Zahnmediziner individuell besprechen.
Darüber hinaus ist es empfehlenswert, labordiagnostisch abzuklären, ob bei Ihnen denn überhaupt eine Giftbelastung aus den Zahnfüllungen im Körper nachweisbar ist. Wenn die Laborwerte nicht darauf hinweisen, kann es nämlich durchaus richtig sein, überhaupt nicht daran zu rühren. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die eine mögliche spätere Giftbelastung frühzeitig erkennen sollen, sind dann oft die bessere Alternative. Es ist praktisch unmöglich, so etwas aus der Ferne zu beurteilen. Deshalb hilft es auch nicht allein weiter, bei der einen oder anderen Selbsthilfeorganisation nachzufragen, die zudem teils sehr unterschiedliche Ansichten vertreten. Notwendiger und sinnvoller ist vielmehr, alle Fragen auch der Folgematerialien mit einem Mediziner (für die Labordiagnose) und dem Zahnarzt des Vertrauens zu besprechen, im Zweifel auch noch eine zweite Meinung dazu einzuholen, und erst danach gut informiert zu entscheiden.

© 2005 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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